05.05.2021

Earth Overshoot Day: Erhalt der Grundlagen des Lebens und Wirtschaftens braucht klare Rahmenbedingungen vom Bund

Der „Earth Overshoot Day“ fällt 2021 auf den heutigen Mittwoch, 5. Mai, wenn alle Menschen der Erde so leben würden wie die Menschen in Deutschland. Am Earth Overshoot Day sind die jährlich zur Verfügung stehenden regenerierbaren natürlichen Ressourcen des Planeten statistisch gesehen aufgebraucht. Für den Rest des Jahres muss auf unwiederbringliche, endliche Ressourcen zurückgegriffen werden, bzw. der Planet und die Wirtschaftskreisläufe werden über die Grenzen der Regenerationsfähigkeit hinaus belastet.

Dazu sagt ANNA EMMENDÖRFFER, Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg für den Bundestag: „Eine Gesellschaft, die ihre regenerierbaren natürlichen Lebensgrundlagen statistisch gesehen schon nach gut einem Drittel des Jahres aufgebraucht hat, kann nicht dauerhaft so weitermachen wie bisher. Wir müssen den Verbrauch unserer ökologischen Ressourcen nachhaltiger gestalten, denn weder unsere Gesellschaft noch unsere Wirtschaft können in Zukunft zwei Drittel der Zeit von nichts als Luft und Liebe leben. Die Politik, besonders die nächste Bundesregierung, muss in den kommenden Jahren hierfür klare Regeln schaffen. Nachhaltiges Leben und Wirtschaften gelingt nicht allein durch die Bereitschaft der Bürger*innen und der Unternehmen, neue Wege zu gehen, sondern braucht vor allem die Gestaltungskraft der Politik. Die nächste Bundesregierung muss mutig klare Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich nachhaltige Ideen entfalten können und in denen Wandel wachsen kann. Der Earth Overshoot Day verdeutlicht so klar wie kaum ein anderes Bild: Wohlstand, Sicherheit und Gerechtigkeit schaffen und bewahren wir nur durch Wandel. Veränderung schafft Halt, ein „Weiter so“ hingegen gefährdet die Grundlagen unseres Lebens und Wirtschaftens zunehmend, sowohl in Brandenburg, als auch global.

Die Bundesregierung muss den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen als Querschnittsaufgabe höchster Priorität anerkennen. Wir brauchen konkrete Maßnahmen hin zur Klimaneutralität und zur Kreislaufwirtschaft. Dabei muss die nächste Bundesregierung nicht nur Antworten in technischen Lösungen suchen, sondern auch die grundlegenden Mechanismen unserer Gesellschaft und Wirtschaft kritisch hinterfragen: Mit uneingeschränktem Wachstum und der damit einhergehenden Ausbeutung von Mensch und Natur befeuern wir die aktuellen Krisen und entziehen uns der Verantwortung. Zahlreiche Ideen und Erfahrungswerte zeigen: Es kann anders gehen. Der Earth Overshoot Day unterstreicht: Es muss anders gehen.“

Auf Landesebene sind die Gestaltungsspielräume geringer als im Bund. ANNA EMMENDÖRFFER betont jedoch: „Brandenburg geht erste Schritte, um die politischen Rahmenbedingungen für individuelle Entscheidungen neu auszurichten: Mit dem Mobilitätsgesetz werden verbesserte Angebote gemacht, klimaschonende Mobilität zu nutzen. Die Einigung zur Artenvielfalt ist ein wichtiger Schritt hin zu Bewahrung der Biodiversität. Die regionale Wertschöpfung wird im Land künftig stärker gefördert. Das Brandenburger Umweltministerium erarbeitet einen Fahrplan für den Kunststoffwandel und bringt damit die Umstellung hin zur Kreislaufwirtschaft weiter voran. Brandenburg leistet seinen Beitrag, ohne einen grundlegenden Wechsel in der Bundesregierung wird all dies jedoch Stückwerk bleiben.“
 

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