Nachfolge des 9€-Tickets: An Brandenburg darf eine Lösung nicht scheitern

12.09.22

Die Signale der Berliner Landesregierung in Richtung Brandenburg, parallel zu einem bundesweiten Nachfolgemodell für das 9€-Ticket an einer regionalen Lösung arbeiten zu wollen, sind von Brandenburgs SPD und CDU sowie von Ministerpräsident Dietmar Woidke und zuletzt Landesverkehrsminister Guido Beermann mit Ablehnung beantwortet worden. Die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg, ALEXANDRA PICHL nennt diese Haltung einen Fehler. 

ALEXANDRA PICHL: „Den Fokus auf eine bundesweite Lösung zu legen ist richtig, der regionalen Alternative vorschnell eine Absage zu erteilen ist allerdings grundfalsch. Es macht Sinn, einem bundesweit greifenden Nachfolgemodell für das 9€-Ticket Priorität zuzumessen. Ein bundesweites Ticket wäre ein Quantensprung für bezahlbare klimafreundliche Mobilität. Gleichzeitig muss das Land Brandenburg mit Berlin an einer regionalen Alternative arbeiten. Zum einen, weil es unter Umständen nötig sein könnte, ein Plan-B-Ticket in der Schublade zu haben. Zum anderen, weil ein noch günstigeres Regionalticket den alltäglichen Bedürfnissen vieler Brandenburger*innen eventuell stärker entgegenkommt als die bundesweite Variante. Angesichts der vielen Brandenburger*innen, die täglich nach Berlin pendeln, halte ich Minister Beermanns Einschätzung, auf Brandenburger Seite bestehe kein Bedürfnis nach einem günstigeren Regionalticket, für unrealistisch. Guido Beermann hat Recht und meine Unterstützung, wenn er sagt, dass ein Auffangen der Energiekosten und ein Ausbau des Angebots von entscheidender Bedeutung sind. Nicht zuletzt für die ländlichen Räume ist der Ausbau von ÖPNV und SPNV ganz besonders wichtig. Das ist aber kein Grund, Überlegungen zu günstigeren Ticketpreisen hinten anzustellen. Das Land Brandenburg muss seinen Teil dazu beitragen, dass den Menschen auf jeden Fall eine Nachfolgelösung für das 9€-Ticket angeboten wird. Einerseits durch Unterstützung des Vorschlags für das bundesweite Modell, andererseits durch aktive Arbeit mit Berlin an einem Plan B. Ein gemeinsamer Verkehrsverbund bedeutet gemeinsame Verantwortung. Ja, der Bund ist in der Pflicht. Aber an Brandenburg darf eine Lösung für die Menschen nicht scheitern.“
 

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