"Komm, lass uns leben!" - Sommerkonferenz 2018

Ob Jung oder Alt, Mensch oder Tier, neu hier oder schon lange verwurzelt, Berufsschule oder Universität - wir treten ein für gutes Leben in Brandenburg. Gut, das bedeutet solidarisch, Hand in Hand mit der Umwelt, zukunftsorientiert und ideenreich. Ganz in diesem Kontext stehen auch die Prozesse für das Grundsatzprogramm und die Landtagswahl, die wir auf der Sommerkonferenz vorantreiben werden.

 

Programm

Ein spannendes Programm wartet auf euch. Los geht's am Vormittag mit dem neuen Bundesvorsitzenden Robert Habeck, mit dem wir u.a. über das neue grüne Grundsatzprogramm debattieren wollen. In der Townhall-Diskussion mit Robert kann jede*r Fragen stellen, damit es eine lebendige Debatte wird!

#Neue Zeiten. Neue Antworten: Hier findest du alles rund um die Diskussion zum neuen Grundsatzprogramm.

Am Nachmittag geht's um unsere Themen für das zukünftige Landtagswahlprogramm: In 12+2 Workshops wollen wir mit euch konkrete Ideen und Schlüsselprojekte u.a. aus den Landesarbeitsgemeinschaften diskutieren und weiterentwickeln. Anders als auf Parteitagen geht's bei der Sommerkonferenz wie immer ohne Anträge oder Beschlüsse zu. Von Naturschutz, Landwirtschaft, Mobilität und Sozialpolitik bis Hochschule oder Perspektiven für die Jugend wollen wir mit Mitgliedern, Interessierten und Akteur*innen aus Verbänden und Zivilgesellschaft diskutieren, wie wir Brandenburg lebenswerter, sozialer und ökologischer machen können.

Im Anschluss gibt es beim gemütlichen Sommerabend kühle Getränke und Leckeres vom Grill. Wir sehen uns am 23. Juni in Neuruppin!


Workshops

Workshop Phase I (13.30 - 15.00 Uhr)

Moderation:

Axel Vogel (Fraktionsvorsitzender)

Referierende:

Henrick Wendorff (Präsident des Brandenburger Bauernverbandes),

Silvia Bender (Sprecherin der LAG Landwirtschaft)

 

Industrielle Massentierhaltung, Investorenlandwirtschaft, Pestizide und Gentechnik auf den Äckern versus artgerechte Tierhaltung, regional verankerte Betriebe mit hoher Wertschöpfung und Ökolandwirtschaft.

Wir Bündnisgrünen sind uns schnell einig, wie Landnutzung nicht aussehen darf und haben unsere Vorstellungen von einer nachhaltigen Landwirtschaft . Aber diese Vorstellungen stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Unverändert werden wir von einzelnen LandwirtInnen als "grüne Ideologen" gebrandmarkt, wird grüne Politik als unvereinbar mit einer "modernen Landwirtschaft" gleichgesetzt. Das wollen wir nicht auf sich beruhen lassen.

Wo sind die Mitglieder des "Berufsstandes" und wir Grüne Verbündete, was trennt uns und was verbindet uns? Auf welche Elemente eines Leitbildes für die Landwirtschaft in Brandenburg können wir uns gemeinsam verständigen? Wie kann die Agrarwende unter den herrschenden Bedingungen von Weltmarktorientierung, Investorendruck, Marktzwängen und Überproduktionskrisen gelingen? Wo sind die Stellschrauben und die Restriktionen für eine grüne Neuausrichtung der Landwirtschaft?

Hierüber wollen wir mit dem Biobauern und zugleich Präsidenten des Brandenburger Bauernverbandes Henrick Wendorff und unserer LAG-Sprecherin Silvia Bender diskutieren.

Moderation: Andreas Rieger (Beisitzer im Landesvorstand, Sprecher der LAG Landesplanung und Baukultur)

Referierender: Daniel Fuhrhop (Autor des Buches „Verbietet das Bauen! - Eine Streitschrift“)

 

Wohnen ist ein Grundbedürfnis für den Menschen. Wir wollen, dass Wohnen, aber auch Arbeiten und Freizeitgestaltung nachhaltig gestaltet wird. Nachhaltigkeit hat drei Säulen: Ökologie, Ökonomie und Soziale Verantwortung. Wir sehen in diesen Säulen keinen Widerspruch, sondern verschiedene Betrachtungsweisen des Umganges mit unserer gebauten Umwelt.

Gutes Wohnen bedeutet eine angemessene Wohnfläche in einer Lage, in der Arbeit, Familie und Freizeit sinnvoll vereinbar sind. Zum guten Wohnen gehört daher neben einem guten Grundriss sowohl eine gute technische Infrastruktur wie ÖPNV als auch eine soziale Infrastruktur wie Schule, KiTa und Einkaufsmöglichkeiten. Ferner heißt gutes Wohnen auch gesundes Wohnen ohne schädliche Baustoffe und ein gute Raumluftqualität in allen Aufenthaltsräumen.

Gutes Wohnen bedeutet aber auch eine angemessene Miete oder tragbaren Kaufpreis. Hierbei sind allerdings die Gesamtkosten über den Nutzungszeitraum, der im Schnitt 30 Jahre beträgt, zu betrachten. Entscheidend für bezahlbaren Wohnraum sind Bodenpreise, Baukosten sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten. Letztere übersteigen die Baukosten und ihnen wird man sich in einer Lebenszykluskostenbetrachtung besonderes widmen müssen.

Gutes Wohnen bedeutet für eine verantwortungsvolle Gesellschaft niemanden abzuhängen und allen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Politik, Regierung und Verwaltung sind daher aufgerufen für Menschen, die nicht selbstständig am Markt agieren können ein anständiges Angebot für dieses Grundbedürfnis zu machen. Hierüber wollen wir mit Daniel Fuhrhop, Autor des Buches „Verbietet das Bauen! - Eine Streitschrift“ diskutieren.

Seine streitbaren Thesen jenseits des Mainstreams fordern unsere Kreativität und Innovationskraft um zu einem besseren, aber auch umwelt- und naturververträglicheren Planen und Bauen zu kommen. Weitere Informationen: www.daniel-fuhrhop.de

Moderation: Alexandra Pichl (Frauenpolitische Sprecherin und Beisitzerin im Landesvorstand)

Ein sicherer Umgang mit digitalen Medien gehört heute zu den Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen, denn sie sind in Freizeit, Bildung und Beruf Bestandteil unseres Alltags. Kinder und Jugendliche müssen dementsprechend rechtzeitig zu souveränen und aktiven Netzteilnehmer*innen ausgebildet werden. So kann Programmieren schon spielerisch in der Kita gelernt und ein Informatikangebot auch für Grundschulen ausgebaut werden. Es hat sich z.B. gezeigt, dass Mädchen, die schon in der Grundschule Programmieren lernen, später nicht so leicht in die alten Rollenmuster, dass Mädchen nichts von Technik verstünden, zurückfallen. Dabei ist es besonders wichtig, Kinder und Jugendliche über Chancen, Gefahren und Risiken des Netzes umfassend aufzuklären. Wir wollen in unserem Workshop mehr über die Chancen und Möglichkeiten der Medienbildung ab dem Kindesalter erfahren und uns darüber austauschen.

Moderation:

Ursula Nonnemacher (Fraktionsvorsitzende, Sprecherin der Landtagsfraktion für Soziales und Gesundheit),

Joachim Hilburg (Sprecher der LAG Soziales und Gesundheit)

 

Referierende:

Anja Kistler (Mitglied im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe und ehemalige Geschäftsführerin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz)

Hendrik Nolde (Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg)

 

Zentrale Fragen beim Thema Pflege: 1. Was wünschen und brauchen die Menschen, die Pflegeleistungen in Anspruch nehmen oder in Zukunft auf Pflege angewiesen sind ? 2. Was wollen die Menschen, die in der Pflege arbeiten oder für die der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden soll?

Es ist belegt, dass sich Pflegebedürftigkeit durch Gesundheitsprävention und die Verhinderung von Vereinsamung und Rückzug verringern und hinauszögern lässt. Belegt ist auch, dass die meisten Menschen den Wunsch haben, solange wie irgend möglich in der eigenen Häuslichkeit und im sozialen Umfeld versorgt zu werden. Dies ist im Konzept der Pflege im Quartier (Sozialraum) enthalten, über das wir mit Hendrik Nolde  und Anja Kistler diskutieren werden. Dabei wird es auch um die Vernetzung von professioneller Pflege mit dem Ehrenamt, um Wohnraumanpassung und Mobilität gehen.

Die zweite Frage ist es, was gegen den jetzt schon bestehenden Fachkräftemangel in der Pflege getan werden kann. Dabei wird es um bessere Bezahlung, Tarifverträge, um Aufwertung des Berufsbildes, die Pflegekammer, mehr Eigenverantwortung, Dienstplangestaltung, längeren Verbleib im Beruf, Gesundheitsmanagement und Wechsel von Teilzeit in Vollzeit gehen.

Moderation: 

Heide Schinowsky (Landtagsabgeordnete, Sprecherin der Landtagsfraktion für Energie und Wirtschaft) 

 

Über die Zukunft bzw. die absehbar endende Zukunft der Kohlewirtschaft berät auf Bundesebene derzeit die „Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“, kurz Kohlekommission genannt. Das Mandat für diese Kommission lässt befürchten, dass Deutschland seine Klimaziele reißen wird. Was ist von der Kommission zu erwarten? Welche Auswirkungen hat das auf Brandenburg/die Lausitz? Welche politischen Gestaltungsmöglichkeiten haben wir auf Landesebene?

Moderation:

Ricarda Budke (Sprecherin der Grünen Jugend Brandenburg)

Danilo Zoschnik (Politischer Geschäftsführer der Grünen Jugend Brandenburg)

 

Referierende:

Denise Jäkel (Laut & Bunt Jugendinitiative, Vorsitzende Kinder- und Jugendparlament Rathenow)

 

Letzter Bus um 19 Uhr, Jugendclub schon lange geschlossen und seit Monaten keine neuen Leute in der Gegend: Das ist die Realität in vielen Brandenburger Dörfern. Gerade die berlinfernen Regionen sind immer noch geprägt durch Abwanderung, den demographischen Wandel, schlussendlich: wenig junge Menschen. Woran liegt das? Wieso gibt es so wenig junge Menschen auf dem Land - und wieso "flüchten" auch viele Studierende aus den Uni-Städten nach Berlin? Aber vor allem: Wie können wir das ändern? Um diese Fragen, und vor allem die Antworten auf diese Fragen, wird es in unserem Workshop gehen. Dabei wollen wir auch über "Rückkehrer*innenprogramme", wie es sie in einigen Gemeinden und Städten schon gibt, sowie über die Bedeutung von Jugend(sozial)arbeit und der Repräsentanz von Jugendkultur sprechen. Diskutiert mit uns darüber, wie Brandenburg (noch mehr) fetzt!

Das Thema dieses Workshops wird sich erst auf der Sommerkonferenz ergeben. Vorschläge können in der Anmeldung eingebracht werden.

Workshop Phase II (15.30 - 17.00 Uhr)

Moderation:

Petra Budke (Landesvorsitzende)

Referierende: 

Jonas Frykman (Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit),

Kathleen Kunath (Initiative "Willkommen in Falkensee")

Frauke Havekost (Sprecherin LAG Frieden, Entwicklung und Migration)

Uwe Fröhlich (Sprecher AG Queergrün, Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“)

 

Die erschreckenden Zustimmungswerte für die AfD, die wachsende Verbreitung offen rechtspopulistischer und rechtsextremer Einstellungen, die Zunahme rassistisch motivierter Gewalttaten und Anschläge sowie das Erstarken rechtsextremer Strukturen bedrohen mehr und mehr die Grundlagen unserer Demokratie. Wie kann es gelingen, unsere weltoffene und vielfältige Gesellschaft zu verteidigen und weiterzuentwickeln? Was braucht es, um zivilgesellschaftliches Engagement gegen rechts wirksam zu fördern? Was können wir tun, um Geflüchteten nicht nur ein Dach über dem Kopf sondern auch eine neue Heimat zu bieten? Vor welchen Herausforderungen stehen wir, wenn Integration wirklich gelingen soll? Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns im Workshop "Bunt- statt Grauland" beschäftigen und konkrete Projekte zur Demokratieförderung und Integration von Geflüchteten diskutieren. 

Moderation: Sabine Freund (Beisitzerin im Landesvorstand)

Referierende:

Benjamin Raschke (Landtagsabgeordneter und Sprecher der Fraktion für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft)

Erik Sachtleber (Umweltwissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Renate Künast, MdB)

 

Der Rückgang der Artenvielfalt in Brandenburg ist dramatisch. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, auf manche wie die Klimaveränderung können wir landespolitisch nur eingeschränkt Einfluss nehmen. Andere Ursachen wären durch geeignete Maßnahmen durchaus zu bekämpfen, wie zum Beispiel die Veränderung der landwirtschaftlichen Nutzung. Dort kommt es zum einen durch fehlende Beweidung zur Gefährdung nährstoffarmer, artenreicher Lebensräume wie Heide oder Trockenrasen, zum anderen führt die intensive Landwirtschaft mit Schadstoffeinsatz, Monokulturen und Folienabdeckungen zu einer Verdrängung der Arten. Auch die Folgen des Tagebaus und der Energieerzeugung spielen eine große Rolle, Vogelschlag und Braune Spree sind nur zwei Schlagworte in diesem Zusammenhang. Gemeinsam wollen wir nach Wegen suchen, um das Verschwinden weiterer Arten zu verhindern.

Moderation: Clemens Rostock (Landesvorsitzender)

Referierende:

Magdalena Westkemper (Geschäftsführerin des Radfahrer*innenverbands ADFC Brandenburg)

 

Dass wir Bündnisgrüne mehr Bus und Bahn in besserer Qualität, mehr Radverkehr und den Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen wollen ist klar. Aber wo würde ein bündnisgrünes Verkehrsministerium zuerst ansetzen, wo ist der Handlungsdruck am größten und welche Maßnahmen versprechen die beste Relation von Aufwand und Nutzen? Und wie können wir das im Wahlkampf plastisch und nachvollziehbar kommunizieren?

Diese Fragen sollen in diesem Workshop mit Inputs und gemeinsamer Diskussion beantwortet werden.

Moderation: Thomas von Gizycki (Sprecher der LAG Wirtschaft und Finanzen)

Referierender: Mirko von Gizycki (solidarisches Verbund-Modell "element")

 

Seit der alten Genossenschaftsbewegung mit ihren Wurzeln im 19. Jahrhundert hat sich die Bewegung selbstorganisierter ökonomischer Alternativen immer weiter ausdifferenziert. Solidarische Ökonomie (SÖ) bezeichnet Formen des Wirtschaftens, die menschliche Bedürfnisse auf der Basis freiwilliger Kooperation, Selbstorganisation und gegenseitiger Hilfe befriedigen. Das Prinzip der Solidarität steht dabei im Gegensatz zur Orientierung an Konkurrenz, zynischer Eigenverantwortung und Gewinnmaximierung in kapitalistischen Marktwirtschaften. Eine solche Ökonomie auf solidarischer Basis ist aus der Sicht des Neoliberalismus eine Fehlallokation von Ressourcen und widerspricht der angestrebten Maximierung von Innovation und Konkurrenz. Sie ist jedoch notwendiger denn je. Regional entwickeln sich viele solidarische Projekte und wir wollen der Frage nachgehen, wie Politik diese Entwicklung unterstützen kann.

Moderation:

Marie Schäffer (Beisitzerin im Landesvorstand, Sprecherin der LAG Medien- und Netzpolitik)

Referierende:

Christopher Bohlens (Open Knowledge Foundation)

Mustafa Kemal Öztürk (Abgeordneter Bremische Bürgerschaft, Sprecher für Datenschutz und Digitales)

 

Um fundierte und gleichberechtigte politische Debatten zu ermöglichen, müssen Politik und Verwaltung offenlegen, welche Informationen ihrem Handeln zu Grunde liegen. Durch derartige Transparenz und frühzeitige Einbindung der Bürger*Innen in Entscheidungen kann Demokratiemüdigkeit, Propaganda und der Bildung von Parallelgesellschaften entgegengewirkt werden. Wir Bündnisgrünen wollen schon lange die Vorstellung des ”Amtsgeheimnisses” ersetzen durch eine Kultur der Transparenz und Beteiligung. Alle nicht-personenbezogenen Verwaltungsdaten von Land, Kommunen und Betrieben, die Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge wahrnehmen, sollen in einer zentralen Online-Plattform verfügbar gemacht werden. Was sind die Auswirkungen gerade vor Ort in den Kommunen auf die Diskussionskultur? Welche Möglichkeiten ergeben sich für Journalisten, Zivilgesellschaft und Unternehmen? Wie profitiert auch Politik und Verwaltung selbst von einer besseren Übersicht über ihre Daten? Nachdem inzwischen mehrere Bundesländer fortschrittliche Transparenzgesetze erlassen haben, wollen wir gemeinsam diskutieren, wie dieser Kulturwandel in Brandenburg gelingen kann.

Moderation: Till Heyer-Stuffer (Beisitzer im Landesvorstand)

Das Thema dieses Workshops wird sich erst auf der Sommerkonferenz ergeben. Vorschläge können in der Anmeldung eingebracht werden.

URL:http://gruene-brandenburg.de/sommerkonferenz/