23.06.2007

Bündnisgrüne fordern Ökologisierung der Landwirtschaft als Beitrag zum Klimaschutz

Brandenburgs Bündnisgrüne haben sich auf einem Landesparteirat in Eberswalde für eine Wende der Agrar- und Forstpolitik hin zu einer ökologischen und klimaschonenden Bewirtschaftung von Feldern und
Forsten ausgesprochen. Die konventionelle Landwirtschaft trage durch die intensive Viehzucht und den Einsatz synthetischer Pflanzenschutz- und Düngemittel erheblich zum Ausstoß von Klimagasen bei. Daher müsse der Ökolandbau, der derzeit auf rund 10 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Brandenburgs betrieben wird, konsequent ausgebaut werden. Aufgabe des Gesetzgebers sei es, ein
Anreizsystem für boden- und ressourcenschonende, sowie das Risiko von klimabedingten Ernteschäden mindernde Anbauverfahren zu schaffen. Die Landwirte müssten zur Anwendung dieser Verfahren eine fachliche Unterstützung erhalten. Ferner müsse der Absatz von Ökoprodukten in Berlin besser unterstützt und das Bio-Lebensmittel verarbeitende Gewerbe stärker gefördert werden. In ihrem Beschluss setzen sich die Delegierten zudem mit dem Boom nachwachsender Rohstoffe auseinander.

Nachwachsende Rohstoffe seien zwar ein "Multitalent", das fossile Rohstoffe wie Erdöl ersetze und damit einen wichtigen Beitrag um Klimaschutz leiste, sie hätten aber auch Schattenseiten. So habe Biodiesel aus indonesischen Ölpalmen oder aus brasilianischem Soja durch die langen Transportwege der Rohstoffe und die dem Anbau vorausgehende Rodung von Regenwäldern unter dem Strich eine negative
Kohlenstoff- und Energiebilanz. In Brandenburg gehe der Boom der Energiepflanzen mit einem Erstarken der industriellen landwirtschaftlichen Nutzung einher und drohe zum Einfallstor für die Agro-Gentechnik zu werden.

Bündnis 90/Die Grünen sprechen sich deshalb für die Einführung ökologischer Mindeststandards beim Anbau nachwachsender Rohstoffe aus. Dazu zählt etwa ein Nachhaltigkeitslabel. Künftig sollen nur
noch Biogasanlagen mit positiver Öko- und Energiebilanz gefördert werden. Der Ausbau dezentraler Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung oder die Direkteinspeisung von Biogas in das Erdgasnetz soll Vorrang
haben. Den Einsatz der Agro-Gentechnik lehnen Bündnis 90/Die Grünen weiterhin ab.

Bündnis 90/Die Grünen fordern die Landesregierung auf, der durch den Klimawandel zunehmenden Trockenheit in Brandenburg besser vorzubeugen, indem Wasser verstärkt in der Landschaft gehalten wird. Dazu müsse das brandenburgische Waldumbauprogramm intensiviert und der Anteil naturnaher Mischwälder zügig erhöht werden. Zudem sei bei der Aufgabenbestimmung für die Wasser- und Bodenverbände eine neue Zielsetzung erforderlich: weg vom Entwässern, hin zu einer
nachhaltigen Wasserbewirtschaftung.

 

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