20.01.2021

Das Ende des Kükenschredderns ist überfällig. Brandenburger Betriebe zeigen, wie es auch ohne geht.

Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf beschlossen, der das Töten männlicher Küken ab Anfang 2022 flächendeckend verbietet. Dazu sagt die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg, ALEXANDRA PICHL:

„Gut, dass das überfällige Verbot des Tötens männlicher Küken nun endlich vom Kabinett beschlossen wurde. Leider wird der Ausstieg durch den späten Stichtag weiter unnötig verschleppt. Dass es auch ohne Kükentöten geht, zeigen Betriebe in Brandenburg bereits vorbildlich: So setzen beispielsweise das Projekt „ei care“ und einige andere auf Zweinutzungshühner. Diesen Weg gehen die Brandenburger „ei care“-Höfe bereits seit einem Jahrzehnt und demonstrieren damit eindrucksvoll, dass solche Konzepte bäuerlicher Landwirtschaft hervorragend funktionieren können. Als niedrigschwellige Alternative sind Methoden der Geschlechtsbestimmung im Ei denkbar. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Geschlechtsfeststellung vor dem 7. Tag erfolgt, denn danach setzt bereits das Schmerzempfinden der Embryonen ein. Bundesagrarministerin Julia Klöckners Gesetzentwurf bietet an dieser Stelle noch ein kritisches Schlupfloch, da bis Ende 2023 noch Technologien genutzt werden dürften, die erst zwischen dem 9. und 14. Tag ansetzen. Der Markt für Lebensmittel aus tierschutzgerechter Produktion ist jedenfalls da. Viele Verbraucher*innen wissen faire, am Tierwohl orientierte Ernährung zu schätzen und sind bereit, ihr Konsumverhalten entsprechend zu überdenken. Ihre Zahl steigt stetig. Das gilt besonders für Berlin, wo sich für Brandenburger Landwirt*innen ein interessanter Markt öffnet. Die Umstellung auf Hühneraufzucht und Eiproduktion ohne Kükentöten lohnt sich für die märkischen Betriebe nachhaltig.“

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