14.06.2020

Zum Start von Uber in Falkensee: Ausbeutung von Fahrer*innen, kein Engagement in den ländlichen Räumen

Zum Start von Uber in Falkensee sagt die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg, JULIA SCHMIDT: „Aus Sicht der Beschäftigten ist das Geschäftsmodell von Uber eine Frechheit. Fahrer*innen werden in eine Scheinselbstständigkeit gedrängt, um Mindestlöhne zu umgehen. Sich selbst als fortschrittliches Mobilitätsunternehmen zu stilisieren, aber gleichzeitig eine klassische Ausbeutung von Arbeitnehmer*innen zu praktizieren, das passt nicht zusammen. Uber unterläuft im Vergleich zu Taxiunternehmen auch weitere Regulierungen, wie die Notwenigkeit eines Personenbeförderungsscheins. Dieser unfaire Wettbewerb kann nicht in unserem Sinne sein. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Die Idee hinter Uber könnte ein Baustein unter vielen für die Verkehrswende weg vom Individualverkehr sein, dazu müssen diese Missstände aber erst ausgeräumt werden.“

Die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg, AXELANDRA PICHL ergänzt: „Die Grundidee von Uber in Falkensee, die Lücke zwischen den Bahnhöfen und der Zieladresse zu schließen, ist richtig. Nur sollte dies eher innerhalb des Systems des ÖPNV organisiert werden. Uber betreibt Rosinenpickerei, indem es den lukrativen „Speckgürtel“ abgrast und die weniger lukrativen ländlichen Räume dem ÖPNV und den Taxen überlässt. Kommunen im ländlichen Raum brauchen gesamtheitliche ÖPNV-Konzepte. Was wirklich helfen würde, wären intelligente Mobilitätslösungen wie Rufbusse, Sammeltaxis, Carsharing auf dem Land oder lokale Mitfahrzentralen und Fahrradleihsysteme, dazu mehr Bus- und Bahnverbindungen und bessere Taktungen.“

URL:http://gruene-brandenburg.de/ueber-uns/lagen/gesundheit-soziales-und-arbeit/newssinglegesundheit-soziales/article/buendnisgruene_sehen_start_von_uber_in_falkensee_kritisch_ausbeutung_von_fahrerinnen_kein_engagement_in_den_laendlichen_raeumen/