12.11.2021

Ohne Semesterticket gäbe es nur Verlierer. Die Preise müssen ein weiteres Jahr eingefroren werden, eine Erhöhung ist unzumutbar.

Zum anhaltenden Streit um das Semesterticket erklärt die bündnisgrüne Landesvorsitzende ALEXANDRA PICHL:

„Das Solidarmodell Semesterticket ist ein Erfolgsmodell. Es gehört eher auf andere Gruppen ausgeweitet, statt es in Gefahr zu bringen! Wenn das Semesterticket scheitert, gibt es nur Verlierer*innen: Für die Verkehrsunternehmen fielen planbare Einnahmen weg. Die Brandenburger Hochschulen verlören die Attraktivität für Studierende aus Berlin. Und wenn mehr Studierende auf das Auto umsteigen, würde auch das Klima leiden. 

Die Lage der Studierenden hat sich im Grunde im Vergleich zum letzten Jahr kaum verändert.  Weiterhin können viele Veranstaltungen und Angebote der Hochschulen nicht in Präsenz stattfinden. Das Ticket kann damit nicht voll genutzt werden, muss aber voll gezahlt werden. Studierende können das Semesterticket jedoch nicht kündigen - anders als normale Bahnkund*innen ihre Dauerkarten -, sondern sind durch langfristige Verträge verpflichtet, es zu zahlen, egal, ob sie es nutzen oder nicht. Nun soll der Preis für das Semesterticket sogar drastisch erhöht werden. Und das, obwohl sich die soziale Lage der Studierenden durch Corona verschlechtert hat! In der ersten Phase der Pandemie hatten viele Studierende ihre Jobs verloren, Lehrformate fielen aus, persönliche Beratung brach weg, die Studienzeit verlängerte sich. Dadurch ist die soziale Situation vieler Studierender weiterhin sehr schwierig. 

Da die Diskussion um eine Weiterentwicklung des Semestertickets aufgrund der Berliner Wahlen nicht zu Ende geführt werden konnte, braucht es eine Übergangslösung. Ich rufe Hochschulministerin Manja Schüle und Verkehrsminister Guido Beermann auf, eine Übergangslösung zu finden, um die Preise erneut ein Jahr einzufrieren, wie es vor einem Jahr bereits geschehen ist. 

Dies gilt umso mehr, da der VBB gerade grundsätzlich entschieden hat, dass eine Preiserhöhung der Tarife im nächsten Jahr nicht zu vermitteln sei. Warum ausgerechnet Studierende davon ausgenommen werden sollen, ist mir unbegreiflich. Natürlich muss die Einschätzung, dass Preiserhöhungen derzeit unzumutbar sind, auch für die Studierenden gelten. Besonders für sie! Zudem gilt es dieses Mal, die mit einer Übergangslösung gewonnene Zeit für Verbesserungen zu nutzen: Die kreislichen Verkehrsunternehmen benötigen einen größeren Anteil an den Einnahmen aus dem Semesterticket.“
 

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