Hürden vor dem Zugang zu guter Bildung müssen fallen

16.06.09

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahlen MARIE LUISE VON HALEM hat der Landesregierung vorgeworfen zu wenig Kraft zu investieren, um das in der Landesverfassung postulierte Recht auf Bildung umzusetzen. "Brandenburgs Bildungsbereich hat ein gravierendes Qualitäts- und Gerechtigkeitsproblem", sagte sie anlässlich der für den morgigen Mittwoch angekündigten Demonstrationen brandenburgischer SchülerInnen und Studierender im Rahmen der bundesweiten Bildungsstreiks. "Von der Wissensgesellschaft sind wir hierzulande leider noch weit entfernt." Sie verwies auf die mit 20 bis 25 Prozent enorm große "Risikogruppe" von brandenburgischen SchülerInnen, denen nicht einmal Basis-kompetenzen vermittelt werden, auf die Klagen von Industrie- und Handwerk am Ausbil-dungsstand der BewerberInnen, sowie auf das hohe Leistungsgefälle zwischen SchülerInnen aus so genannten bildungsnahen und bildungsfernen Elternhäusern.

Wenn der Staat nicht mehr in der Lage sei, jedem Kind hochwertige Bildungschancen zu sichern, hänge Bildung zunehmend vom Geldbeutel und dem Bildungshintergrund der Eltern ab. "Auf dieses Problem hat die Landesregierung bislang keine überzeugenden Antworten gefunden, obwohl sie zum Beginn der Legislaturperiode versprach, Bildung und Ausbildung zu ihren `zentralen Anliegen´ zu machen und `kein einziges Kind mehr zurückzulassen´."

Sie vermisse eine ganzheitliche Bildungspolitik und mehr Investitionen in die Bildung. "Die Weichen für die Bildungsentwicklung werden bereits in der Kita gestellt. Trotzdem leistet sich Brandenburg bei den Vorschulkindern den bundesweit drittschlechtesten Kita-Betreuungsschlüssel." In der Schule dürfe der Fokus nicht auf der Auslese leistungsstarker SchülerInnen liegen, stattdessen müsse die individuelle Förderung aller SchülerInnen groß geschrieben werden. Der Bildungsetat müsse deutlich aufgestockt werden. Ziel müssten kleinere Klassen, mehr neu ausgebildete LehrerInnen, mehr Teilungs- und Förderunterricht und eine deutlich höhere Abitur- und Studierendenquote sein. "Hürden, die dem im Weg stehen, müssen fallen", sagte MARIE LUISE VON HALEM. "Neue Hürden, wie beispielsweise Studiengebühren, darf es gar nicht erst geben."

 

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Bildung Pressemitteilung LV

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