Holocaust-Gedenktag: Erinnern heißt handeln – Bündnisgrüne: Gedenkarbeit braucht Verlässlichkeit

Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das nationalsozialistische Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Seit 1996 wird dieser Tag in Deutschland als offizieller Holocaust-Gedenktag begangen. In diesen Tagen erinnert auch die Projektion des Schriftzugs #WeRemember an der Fassade des Bundesratsgebäudes an die Opfer des Nationalsozialismus.

Die Brandenburger Bündnisgrünen gedenken am 27. Januar der Millionen Menschen, die durch das nationalsozialistische Regime verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Dazu zählen Jüdinnen und Juden ebenso wie Sintizze und Romnja, Menschen mit Behinderungen, queere Menschen, politisch Andersdenkende und viele weitere Opfergruppen.

Am vergangenen Wochenende hat Juliana Meyer Stolpersteine in Cottbus gereinigt und damit ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. Die Stolpersteine erinnern auch an das Schicksal der Familie Schindler aus Cottbus: Am 28. Oktober 1938 wurde die Familie aufgrund ihrer polnischen Staatsbürgerschaft ausgewiesen. Mutter und Tochter wurden in das Konzentrationslager Stutthof verschleppt, der Vater in das Ghetto Theresienstadt. Ihr Leid steht exemplarisch für unzählige zerstörte Biografien.

„Gerade heute, insbesondere dort, wo rechtsextreme Kräfte wieder an Oberwasser gewinnen und Gedenkstättenarbeit, politische Bildung sowie demokratische Projekte zunehmend infrage stellen, braucht es ein klares politisches Signal: Keine Kürzungen, sondern eine verlässliche Finanzierung der Erinnerungsarbeit und der Demokratiebildung. Erinnerung schützt nicht automatisch – sie muss gelebt, verteidigt und weitergegeben werden“, erklärt Juliana Meyer.

Der Satz der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer – „Wir dürfen niemals vergessen, aber Erinnern allein reicht nicht“ – bleibt aktueller denn je. „Nie wieder ist kein historisches Versprechen, sondern eine tägliche Aufgabe, die aktives politisches Handeln erfordert“, so Meyer.

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags nehmen Vertreter*innen der Brandenburger Bündnisgrünen an mehreren Gedenkveranstaltungen teil. Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke wird am zentralen Gedenkstein in Schulzendorf (LDS) erinnern. Clemens Rostock, Landesvorsitzender der Brandenburger Bündnisgrünen, nimmt an der Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen teil – gemeinsam mit Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke und der Leiterin der Gedenkstätte, Astrid Ley. Juliana Meyer nimmt an einer Vorführung des Films Treasure im Obenkino Cottbus teil. Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Filmgespräch statt. Der Film erzählt die Geschichte einer Tochter, die gemeinsam mit ihrem Vater – einem Holocaust-Überlebenden – eine Reise nach Polen unternimmt. Gemeinsam mit dem Menschenrechtszentrum Cottbus sowie Françoise Betaudier und Michèle Gey Smith, den Töchtern der französischen Widerstandskämpferin Gisèle Guillemot, wird über den Film und die Bedeutung von Erinnerungskultur diskutiert.