Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt – Schockierender Entenmast-Fall macht Systemversagen sichtbar. Bündnisgrüne verlangen Konsequenzen

In einem Entenmastbetrieb in Brandenburg stehen schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im Raum. Tierschützer haben Strafanzeige gestellt, nachdem verdeckte Aufnahmen zeigen sollen, wie Enten beim Verladen unsachgemäß behandelt, gejagt oder geworfen werden. Angesichts der aktuellen Berichte über gravierende Tierschutzverstöße in Mastbetrieben fordern die Brandenburger Bündnisgrünen ein entschiedenes politisches Handeln sowie strukturelle Reformen in der industriellen Tierhaltung.

„Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt! Die wiederholten gravierenden Verstöße gegen Tierschutzvorschriften zeigen, dass die Kontrollen in der industriellen Tierhaltung völlig unzureichend sind“, sagt Clemens Rostock, Landesvorsitzender der Brandenburger Bündnisgrünen. „Es kann nicht sein, dass Tiere monatelang unter grausamen Bedingungen leiden, während die Verantwortlichen offenbar unbehelligt weitermachen. Hier muss endlich gehandelt werden – mit häufigeren Kontrollen und der konsequenten Durchsetzung empfindlicher Strafen für Verstöße.“

Für die Brandenburger Bündnisgrünen zeigen die wiederholten Verstöße gegen geltendes Tierschutzrecht, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern strukturelle Defizite im Kontrollsystem bestehen. Besonders problematisch sei, dass Verfahren häufig im Sande verlaufen oder Sanktionen keine abschreckende Wirkung entfalten.

„Die zuständigen Veterinärämter müssen endlich personell besser ausgestattet werden“, fordert Rostock. „Wir brauchen eine grundlegende Reform der Tierhaltung, die artgerechte Bedingungen verbindlich sicherstellt und die konsequente Durchsetzung des geltenden Rechts gewährleistet. Wer wiederholt gegen Tierschutzvorschriften verstößt, darf keine Betriebserlaubnis behalten.“

Die Brandenburger Bündnisgrünen leiten daraus konkrete politische Schritte ab: mehr Personal und bessere Ausstattung für die Veterinärbehörden, regelmäßige unangekündigte Kontrollen in Tierhaltungsbetrieben sowie deutlich wirksamere Sanktionen bei Verstößen. Ziel ist ein Kontroll- und Sanktionssystem, das Verstöße zuverlässig ahndet und strukturell verhindert – bis hin zum Entzug der Zulassung bei schweren oder wiederholten Tierschutzvergehen.

„Tierschutz ist Staatsziel – er muss endlich auch konsequent durchgesetzt werden“, so Clemens Rostock.

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rbb Do 12.02.2026, 08:07 Uhr:  „Tierschützer stellen Strafanzeige gegen Brandenburger Entenmast-Betrieb“ https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/02/entenmast-brandenburg-strafanzeige-tierschutz.html