Frauenwochen 2026: Bündnisgrüne legen frauenpolitischen Kompass vor. Koalitionsvertrag: „politisches Armutszeugnis“

Anlässlich der 36. Brandenburgischen Frauenwochen veröffentlichen die Brandenburger Bündnisgrünen ihren frauenpolitischen Kompass. In acht Thesen formulieren wir damit zentrale Leitlinien für eine feministische Politik in Brandenburg – von wirtschaftlicher Gleichstellung über Care-Arbeit bis hin zu Gewaltschutz und politischer Repräsentanz.

„Gleichstellung ist keine „Nice-to-have“, sondern eine Frage von Gerechtigkeit, Demokratie und wirtschaftlicher Vernunft“, erklärt die Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen, Juliana Meyer. „Da wo frauenpolitische Errungenschaften wieder stärker infrage gestellt werden, werden  wir Gleichstellungspolitik entschlossen verteidigen und weiterentwickeln.“

Der frauenpolitische Kompass greift zentrale Herausforderungen auf: Trotz Fortschritten leisten Frauen weiterhin den Großteil unbezahlter Care-Arbeit, sind in Führungspositionen unterrepräsentiert und verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Gleichzeitig steigt Gewalt gegen Frauen an, während Schutz- und Beratungsangebote vielerorts unter Druck stehen.

Die Bündnisgrünen fordern deshalb unter anderem den konsequenten Ausbau von Kinderbetreuung und Ganztagsschulen, eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit, dauerhaft abgesicherte Strukturen im Gewaltschutz sowie mehr Frauen in wirtschaftlichen und politischen Führungspositionen. Auch die reproduktive Selbstbestimmung und eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung sind zentrale Bausteine einer modernen Gleichstellungspolitik.

Deutliche Kritik äußert Meyer am gestern vorgestellten Koalitionsvertrag von SPD und CDU in Brandenburg: „Im gesamten Koalitionsvertrag finden sich nur vage Aussagen zur  Gleichstellungspolitik, sowie zum Erhalt der Beratungsstrukturen und Frauenhäuser finden. Über die Lebensrealitäten von Frauen, über strukturelle Benachteiligung oder konkrete Verbesserungen verliert die neue Koalition praktisch kein Wort. Dass das Wort Frauen im ganzen Vertrag nur wenige Male auftaucht, ist mehr als ein Versäumnis – es ist ein politisches Armutszeugnis.“

Die neue Koalition habe angekündigt, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen zu wollen. „Wer aber die Hälfte der Menschen im Land politisch derart außen vor lässt, wird dieses Vertrauen kaum zurückgewinnen. Eine zukunftsfähige Politik für Brandenburg muss die Perspektiven von Frauen ernst nehmen und Gleichstellung aktiv voranbringen – nicht nur mit Absichtsbekundungen und Sonntagsreden, sondern in konkreter Politik.“

Mit dem Papier wollen die Bündnisgrünen zur 36. Brandenburgischen Frauenwoche Impulse für die politische Debatte im Land geben und konkrete Perspektiven für mehr Gleichstellung in Brandenburg aufzeigen.

Der frauenpolitische Kompass wurde gemeinsam erarbeitet von Juliana Meyer, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg (Cottbus), Cindy Hahn, frauenpolitische Sprecherin des Landesverbandes (Schwedt/Oder), Dr. Andrea Lübcke, Mitglied des Deutschen Bundestages (Eichwalde), Ursula Nonnemacher, Ministerin a. D. (Falkensee), sowie Anna Hilsenbeck, Sprecherin der Grünen Jugend Brandenburg.

Im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwochen rufen die Bündnisgrünen zudem zur Teilnahme am Frauenstreik am 9. März von 14 bis 19 Uhr in Potsdam auf. Dort werden die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke (ca 16.30 Uhr) und Cindy Hahn ( ca 15.30 Uhr) auf dem Luisenplatz über ihre Erfahrungen sprechen.

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Download: „Ein frauenpolitischer Kompass für Brandenburg“
https://gruene-brandenburg.de/wp-content/uploads/2026/03/Frauenpolitischer_Kompass.pdf