Kritik am Vorstoß vom Landeselternrat zur Segregation. Bündnisgrüne: Bildungsgerechtigkeit stärken statt Kinder früher zu trennen

Der Brandenburger Landeselternrat hat in der aktuellen Bildungsdebatte eine Verschärfung des Zugangs zum Gymnasium, eine stärkere Auslese nach der Grundschule sowie einen Ausbau von Förderschulen ins Gespräch gebracht und erklärt, Inklusion stecke angesichts fehlender Ressourcen in einer „Sackgasse“.

Dazu sagt Juliana Mayer, Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen:

„Brandenburg braucht mehr Bildungsgerechtigkeit – nicht frühzeitigere Segregation. Wenn Ressourcen fehlen, darf die Antwort nicht lauten: Wir trennen stärker. Die Antwort muss lauten: Wir investieren mehr in die Zukunft unserer Kinder.

Für Eliteförderung heißt es: Es gibt zu wenig Personal, also brauchen wir mehr Lehrkräfte. Für Inklusion heißt es: Es gibt zu wenig Personal, also funktioniert sie nicht. Wenn Inklusion nicht gut funktioniert, liegt das nicht an den Kindern, sondern an fehlenden Ressourcen. Dann müssen wir in Personal, Qualifizierung und multiprofessionelle Teams investieren – und von erfolgreichen Konzepten lernen, statt neue Trennlinien zu ziehen.

Statt über eine Verschärfung des Ü7-Verfahrens nachzudenken, braucht Brandenburg eine Stärkung der Schulformen, die längeres gemeinsames Lernen ermöglichen. Unsere Gesamtschulen zeigen, dass gemeinsames Lernen über längere Zeit erfolgreich sein kann. Sie bieten Zeit für Entwicklung und halten Bildungswege offen. Das ist ein Gewinn für Kinder und Gesellschaft.

Die Arbeitswelt verlangt Kooperation in vielfältigen Teams. Wer Zusammenarbeit will, darf Vielfalt im Klassenzimmer nicht als Problem behandeln. Inklusion steckt nicht in einer Sackgasse – sie wird seit Jahren nicht ausreichend ausgestattet. Wer sie schlecht finanziert und dann ihr Scheitern feststellt, macht es sich zu einfach. Jedes Kind muss die Förderung erhalten, die es braucht, um seine Potenziale zu entfalten – unabhängig von Herkunft, Förderbedarf oder sozialem Hintergrund. Dafür brauchen wir mehr Lehrkräfte, multiprofessionelle Teams und verlässliche Unterstützung – nicht eine neue Debatte über ‚Elite‘.“