Mit Kanus und Tretbooten haben die Bündnisgrünen Dahme-Spreewald am Samstag auf die Situation am Nottekanal aufmerksam gemacht. Der Bootskorso führte bis zur gesperrten Schleuse an der Schlossstraße in Königs Wusterhausen. Auch der Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen, Clemens Rostock, nahm teil.
Vor Ort kamen Bürgerinnen und Bürger aus der Region dazu. Einige berichteten von ihren Erfahrungen mit dem Kanal und der seit Jahren geschlossenen Schleuse. Andere nutzten die Gelegenheit, sich über die Situation und mögliche Lösungen zu informieren. Die Bündnisgrünen diskutierten mit ihnen über die Zukunft der Schleuse und die weitere Entwicklung der Notte-Niederung.
Rostock konnte dabei eine konkrete Neuigkeit verkünden: Bei der Schleuse kommt Bewegung in die Sache. Für den Umbau der Staustufe und den Ersatzneubau der Schleuse sind inzwischen die Planungsleistungen ausgeschrieben. Die Schleuse ist seit April 2022 außer Betrieb. Interessierte Planungsbüros können sich bis zum 15. September 2026 bewerben.
„Nach Jahren des Stillstands ist das ein wichtiges Signal. Die Planung für den Ersatzneubau der Schleuse kommt endlich in Gang. Jetzt muss das Land dafür sorgen, dass aus der Planung möglichst schnell eine funktionierende Schleuse wird“, sagt Clemens Rostock.
Auch die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke hatte sich zuletzt intensiv mit der Situation am Nottekanal beschäftigt. Nach einer Begehung vor Ort forderte sie einen verbindlichen Sanierungsfahrplan für die Schleuse und eine langfristige Perspektive für den gesamten Kanal.
Die Ausschreibung umfasst noch nicht den eigentlichen Bau, sondern zunächst die vollständige Planung für den Umbau der Staustufe Königs Wusterhausen. Vorgesehen sind ein Ersatzneubau der Schleuse und ein neues Hochwasserentlastungsbauwerk, das künftig unabhängig von der Schleuse funktionieren soll. Außerdem soll geprüft werden, ob eine Fischwanderhilfe erforderlich und sinnvoll ist. Zur Planung gehören unter anderem der Stahlwasserbau, die technische Ausrüstung, Vermessungsarbeiten, geotechnische Untersuchungen und naturschutzfachliche Leistungen. Später sind auch die Bauüberwachung und die ökologische Baubegleitung vorgesehen.
Für die Bündnisgrünen sollte der Blick dabei nicht allein auf der Schleuse liegen. Bei den Gesprächen während des Bootskorsos ging es auch um die weitere Entwicklung des gesamten Nottekanals. Aufgrund seiner heutigen Dimensionen und der geringen Wasserführung steht das Wasser vielerorts nahezu still. Zugleich spielt die Notte eine wichtige Rolle für den Wasserhaushalt der umliegenden Landschaft.
„Eine neue Schleuse ist ein wichtiger Baustein. Wir brauchen aber ein Gesamtkonzept für die gesamte Notte-Niederung. Dazu gehören weniger Entwässerung und mehr Möglichkeiten, Wasser in der Landschaft zu halten“, sagt Rostock.
Der Zustand der Notte war beim Bootskorso unmittelbar sichtbar. Große Flächen sind derzeit mit Wasserlinsen bedeckt. Die geringe Strömung und hohe Temperaturen begünstigen deren Ausbreitung. Die Situation zeigt, wie eng die Zukunft der Schleuse mit dem Wasserhaushalt, der Gewässerökologie und dem Wassertourismus verbunden ist.
Die Bündnisgrünen Dahme-Spreewald wollen deshalb auch nach dem Bootskorso weiter Druck machen. Sie fordern eine langfristige Perspektive für den Nottekanal und die gesamte Notte-Niederung.
…………..
Mehr Informationen
Umbau der Staustufe Königs Wusterhausen / Nottekanal mit Schleuse
https://vergabemarktplatz.brandenburg.de/VMPSatellite/public/company/project/CXP9Y0HHZPU/de/processdata/eforms