Bündnisgrüne

Zukunftswerkstatt

Ideen für ein soziales Brandenburg

Wir laden Euch herzlich ein zur Bündnisgrünen Zukunftswerkstatt – Ideen für ein soziales Brandenburg (vormals Sommerkonferenz) am 6. Juni ab 10.30 Uhr im Rofinpark, Coppistraße 3, 16227 Eberswalde ein.

Besonders in bewegten Zeiten zeigt sich, wie wichtig ein starker gesellschaftlicher Zusammenhalt ist. Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Teilhabe betreffen uns alle – und sie gehören zu unserer bündnisgrünen Politik. Gemeinsam mit Euch wollen wir diskutieren, zuhören und neue Impulse entwickeln.

Euch erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit spannenden Beiträgen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Los geht’s mit einer Keynote von Britta Haßelmann, bündnisgrüne Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag und anschließender Debatte. Wir sind an Eurer Perspektive und Fragen interessiert. Danach geht’s in zwei Workshop-Phasen mit insgesamt 14 Workshops weiter, hier wollen wir konkrete Ideen, Herausforderungen und Lösungsansätze für unsere politische Arbeit vor Ort diskutieren.

Die Zukunftswerkstatt soll nicht nur Raum für inhaltlichen Austausch bieten, sondern auch Gelegenheit, sich zu vernetzen, wiederzusehen und neue Kontakte zu knüpfen. Deshalb haben wir eine längere (aktive) Mittagspause sowie einen gemütlichen Ausklang vorgesehen.

Wir freuen uns sehr auf Eure Teilnahme, Eure Ideen und die gemeinsamen Diskussionen!

Programm

10:30 Uhr Ankommen

10:45 Uhr Eröffnung & Begrüßung

11:00 Uhr Keynote & Debatte mit Britta Haßelmann

12:00 Uhr Workshop Phase 1

13:30 Uhr Mittagspause

15:00 Uhr Workshop Phase 2

16:30 Uhr Gemütlicher Ausklang

Workshop-Phase 1 (12:00 – 13:30 Uhr)

Moderation: Anna Hilsenbeck und Landelin Winter (Grüne Jugend Brandenburg)
Referent*in: Andreas Audretsch (stellv. Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag)

Beschreibung: Reichtum ist in Deutschland extrem ungleich verteilt: Ein kleiner Teil der Bevölkerung besitzt einen Großteil des Vermögens, während viele Menschen mit steigenden Mieten, unsicheren Jobs und hohen Lebenshaltungskosten kämpfen. Der Workshop soll sich mit der Frage auseinandersetzen, warum Vermögensungleichheit ein Problem für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Klimaschutz ist und welche politischen Instrumente es gibt, um Reichtum effektiv umzuverteilen. Gemeinsam soll erarbeitet werden, wie Vermögen entsteht, warum Erbschaften und Kapitalerträge im aktuellen System oft privilegiert werden und welche Rolle Steuerpolitik dabei spielt. Dabei schauen wir auf konkrete Maßnahmen wie Vermögenssteuer, Reform der Erbschaftssteuer, höhere Besteuerung großer Einkommen, Übergewinnsteuern und das Schließen von Steuerschlupflöchern.

Moderation: Marie Schäffer (LAG Digitales & Medien)
Referent*in: Sergey Lagodinsky (MdEP)

Beschreibung: KI-Systeme werden rasant in immer mehr Bereichen eingeführt – und sorgt bei immer mehr Menschen für Umbrüche und Zukunftsängste. Der Arbeitsmarkt ändert sich schneller, als Menschen sich anpassen können und gerade gegenüber sozial schwachen wird als erstes ausgetestet, Entscheidungen der KI zu überlassen. Wir wollen gemeinsam mit Experten beleuchten, welche Präzedenzfälle es gibt, und wie eine sinnvolle Regulierung aussehen kann, die Chancen für die Gesellschaft nutzt ohne soziale Verwerfungen einfach zu akzeptieren.

Moderation: Clemens Rostock (Landesvorsitzender)
Referent*in: Wolfgang Strengmann-Kuhn (ehem. MdB und Autor einer DIFIS-Studie*)

Beschreibung: Im Grundsatzprogramm von Bündnis 90/Die Grünen heißt es „Existenzsichernde Sozialleistungen sollen Schritt für Schritt zusammengeführt und langfristig soll die Auszahlung in das Steuersystem integriert werden. […] Dabei orientieren wir uns an der Leitidee eines Bedingungslosen Grundeinkommens.“ Aber wie kommen wir dahin? Kann eine negative Einkommensteuer diese Idee umsetzen? Und was bedeutet das für Ideen wie Klimageld, Kindergrundsicherung oder einem Basisgeld für alle?

*DIFIS-Studie: „Ein integriertes Steuer- und Sozialtransfersystem zur Absicherung des Existenzminimums“

Moderation: Tina Raehse (LAG Bildung)
Referent*in: Andrea Lübcke (MdB) und Juliana Meyer (Landesvorsitzende)

Beschreibung: Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wächst der Druck, schnell neue Plätze zu schaffen. Gleichzeitig eröffnet sich die Chance, Ganztag als pädagogisch gestalteten Lern- und Lebensraum neu zu denken – gerade auch in ländlichen Räumen, in denen Bildungsangebote, Infrastruktur und Fachkräfte unter besonderen Bedingungen organisiert werden müssen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kommunen den Ausbau des Ganztags nicht nur quantitativ organisieren, sondern qualitativ steuern können.
Qualitative Steuerung bedeutet dabei mehr als Aufsicht: Kommunen können über Förderbedingungen, Raumplanung, Kooperationsvereinbarungen und Personalstrategien konkrete Qualitätsstandards setzen. Dazu gehört etwa, pädagogische Gesamtkonzepte verbindlich einzufordern, die Unterricht, außerunterrichtliche Angebote und sozialpädagogische Arbeit sinnvoll verzahnen, statt einzelne Angebote additiv nebeneinanderzustellen.
Anhand konkreter Beispiele, etwa Schul- und Gemeinschaftsgärten, Kooperationen mit regionalen Betrieben oder die Nutzung außerschulischer Lernorte, diskutieren wir, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung als inhaltliches Profil ganztägiger Bildung entwickelt werden kann. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Chancen ländlicher Räume, ihre regionalen Ressourcen gezielt einzubringen.

Moderation: Martina Heyden (LAG 60+)
Referent*in: Dr. Armin Grau (MdB) und Norman Asmus (Landesseniorenbeauftragter)

Beschreibung: 2011 lebten nach Schätzungen der Weltbank 1,2 Milliarden Menschen oder 17 % der Weltbevölkerung in extremer Armut, 70% davon waren Frauen. Dieser Workshop beleuchtet die Auswirkungen der Rentenpolitik des Bundes auf die spezifischen Gegebenheiten in Brandenburg, bspw. unterbrochene Erwerbsbiographien, aber auch weniger Teilzeitbeschäftigung von Frauen. Des Weiteren werden wir darüber sprechen, wie sich die Altersarmutsgefährdung insbesondere in Brandenburg darstellt.

Moderation: Surani Loibl und Wiebke Bartelt (LAG Flucht, Migration, Antirassismus)
Referent*in: tba

Beschreibung: Wir betrachten Integrationspolitik in Brandenburg und was es in der Umsetzung braucht, um den sozialen Zusammenhalt in Brandenburg zu stärken.
Der Workshop beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und bringt Menschen mit Fluchtgeschichte sowie Fachexpert*innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik ins Gespräch. In einem moderierten Impuls-Podium werden zentrale Herausforderungen und Chancen aktueller Integrationspolitik diskutiert, etwa im Hinblick auf gesellschaftlichen Zusammenhalt, Fachkräftesicherung, demografische Entwicklungen sowie den Umgang mit Rassismus und Wahrung der Menschenwürde. Anschließend sind die Teilnehmenden eingeladen, ihre Einschätzungen in einer interaktiven Rotations-Runde einzubringen und gemeinsam zu vertiefen. Ziel des Workshops ist es, Impulse für eine zukunftsorientierte Integrationspolitik zu entwickeln, die Menschen zum Bleiben bewegt und Brandenburg als solidarische und lebenswerte Gesellschaft stärkt.

Moderation: Maria Nagel (LAG Frieden, Entwicklung und Migration)
Referent*in: Britta Haßelmann (Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag)

Beschreibung: Alle reden von Resilienz. Wir machen unsere Kommunen krisenfest! Die letzten Jahre haben uns eines immer wieder deutlich vor Augen geführt. Manchmal kommt es anders als man denkt. Klimafolgen, Ausfälle kritischer Infrastruktur, Krieg in unmittelbarer Nachbarschaft der EU. Ob Dorf, Stadtteil oder Speckgürtel – unerwartete Entwicklungen können sich schnell auch auf unser unmittelbares Lebensumfeld auswirken. In so einem Fall wollen wir mit allen Herausforderungen gemeinschaftlich gut umgehen können, uns gegenseitig unterstützen und handlungsfähig bleiben. Damit uns das gelingt, beginnen wir bereits jetzt ganzheitlich über unsere Sicherheit nachzudenken und stellen dabei die Menschen in den Mittelpunkt. Am besten direkt vor der eigenen Haustür.
In diesem Workshop werden wir uns damit auseinandersetzen, wie Kommunalpolitik und ehrenamtliches Engagement Nachbarschaftsnetzwerke so stärken können, dass aus alltäglichem Zusammenhalt wenn nötig auch ein effektiver Schutz in Krisensituationen wird. Wir erarbeiten gemeinsam konkrete Handlungsansätze, die sinnvolle Krisenvorsorge mit einem dauerhaften Mehrwert für den sozialen Zusammenhalt vor Ort verbinden und unsere Nachbarschaften auch dann lebenswerter machen, wenn es gerade keine Krise gibt.

Workshop Phase 2 (15:00 – 16:30 Uhr)

Moderation: Sylvana Specht (LAG Gesundheit, Soziales und Arbeit)
Referent*in: Ursula Nonnemacher (ehem. Gesundheitsministerin Brandenburg)

Beschreibung: Der Workshop beschäftigt sich damit, warum wir in einem der teuersten Gesundheitssysteme der Welt nur sehr mäßige Ergebnisse bei der Qualität erzielen. Wir sprechen darüber warum Gesundheit und Sozialstatus eng miteinander verknüpft sind und welche Public Health Maßnahmen große Wirksamkeit versprechen.

Moderation: Maria Heider und Petra Mueller-Glodde (LAG Wirtschaft, Finanzen u. Haushalt)
Referent*in: Michael Kellner (MdB)

Beschreibung: Die Welt steht vor einer epochalen Aufgabe: Wie gestalten wir den Wandel so, dass er niemanden zurücklässt? Wir laden ein, gemeinsam die Verbindungslinien zwischen wirtschaftlichem Handeln, Klimagerechtigkeit und sozialer Teilhabe neu zu ziehen. Denn Transformation gelingt nur, wenn sie gerecht ist – und Gerechtigkeit nur, wenn wir die Wirtschaft mutig neu denken. Ein Workshop zum Mitmachen, Hinterfragen und Aufbrechen alter Denkgewohnheiten.

Moderation: Clemens Rostock (Landesvorsitzender)
Referent*in: Carl Fellenberg (VCD) und Carsten Linke (Wählergruppe DIE aNDERE)

Beschreibung: Wie kann ÖPNV Finanzierung einfacher werden? D-Ticket wieder günstiger? Bürgerticket für alle? Steuerfinanziert und kostenlos?

Moderation: Petra Budke (GewerkschaftsGrün)
Referent*in: Anja Piel (DGB Bundesvorstand) und Benjamin Roscher (stell­v. Lan­des­be­zirks­lei­te­r ver.di)

Beschreibung: Nahezu täglich werden arbeitsrechtliche Errungenschaften angegriffen: 8h Tag, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, „Lifestyle“-Teilzeit etc.. Woher kommen diese Errungenschaften? Wie können sie verteidigt werden? Wie erreichen wir wieder Fortschritte?

Moderation: Jana Ketzenberg-Schmid (LAG Ostgrün/Bündnis Ost)
Referent*in: Dr. Daniel Kubiak (HU Berlin, Institut für Sozialwissenschaften)

Beschreibung: Zugang verwehrt – Wann wird Klassismus sichtbar und was hat das mit sozialer Gerechtigkeit zu tun? Klassismus beschreibt die Abwertung und Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft oder ihrer aktuellen Lebenssituation, etwa in Bezug auf Einkommen, Bildungsweg oder Beruf. Im Alltag zeigt sich Klassismus in der Schule, beim Übergang in Ausbildung oder Studium, im Kontakt mit Behörden, im Job oder auch in politischen Debatten. Wer wird gesehen und wer nicht? Wer bekommt Chancen und wer muss sie sich mühsam erkämpfen? Wo erleben wir selbst Klassismus, wo stoßen wir an Grenzen und wo übersehen wir ihn bei anderen? Ziel ist es, Klassismus sichtbar zu machen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie eng er mit sozialer Gerechtigkeit verknüpft ist.

Moderation: Rebecca-Lea Freudl (Kreisvorsitzende KV Potsdam)
Referent*in: Katrin Schmidberger (MdA, Sprecherin für Wohnen und Mieten)

Beschreibung: Nicht nur in Berlin, auch in immer mehr Brandenburger Städten haben wir einen angespannten Wohnungsmarkt. Welche Möglichkeiten stehen der Politik zur Verfügung, um die Mietentwicklung zu dämpfen?

Moderation: Juliana Meyer (Landesvorsitzende)
Referent*in: Ina Fettig (Lausitzer Perspektiven) und Nadine Binias (Projektleitung AngerWERK)

Beschreibung: Einsamkeit ist ein großes generationenübergreifendes Problem. Im ländlichen Brandenburg verstärken u.a. Mobilitätseinschränkungen und knappe Kassen diese Tendenzen. Möglichkeiten für sozialen Austausch in Form von generationenübergreifenden Begegnungsräumen könnten helfen, Dorfzentren wieder lebendigiger zu machen. Welche unterschiedlichen Anforderungen gibt es an diese Räume? Wie bereichern die unterschiedlichen Akteure einander? Welchen Mehrwert für alle kann man mitdenken, welche Partnerschaften ergeben Sinn und wie können Aushandlungsprozesse vom Konzept bis zur Umsetzung gut laufen. Diese Fragen werden wir mit potentiellen Nutzern und projekterfahrenen Fachleuten besprechen.

Organisatorische Hinweise

Bei der Zukunftswerkstatt bieten wir wieder nach Bedarf eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder an. Bitte meldet Euren Bedarf mit Anzahl der Kinder und Alter bis 18. Mai über die Anmeldung an.

Bitte meldet Euch bis 25. Mai, sofern ihr weiteren Unterstützungsbedarf habt, da nicht alle Räumlichkeiten barrierefrei sind und wir das bei der Zuteilung der Workshopräume berücksichtigen können. Der Hauptraum mit Keynote und Debatte ist aber auf jeden Fall barrierefrei.

Es gibt jeweils ein vegetarisches und veganes Bioangebot zum Mittagessen. Auf der Zukunftswerkstatt wird Essen und Trinken auf Selbstzahlungsbasis angeboten. Bitte bringt Bargeld mit.

Die Bündnisgrüne Zukunftswerkstatt ist für Mitglieder und interessierte Personen grundsätzlich kostenfrei! Wer uns bei den Veranstaltungskosten zusätzlich unterstützen möchte, kann bei der Anmeldung auch freiwillig Spendenoptionen mit auswählen (10 EUR, 20 EUR oder 40 EUR). Weitere Spendenoptionen findest du unter https://gruene-brandenburg.de/spenden.

Für einen besseren Überblick bitten wir auch darum, dass sich Moderator*innen und Referent*innen selbst über die Funktion „Jetzt anmelden“ anmelden.