50 Jahre Kraftwerk Jänschwalde: Die Vergangenheit zu feiern reicht nicht

Zum 50-jährigen Bestehen des Kraftwerks Jänschwalde würdigen die Brandenburger Bündnisgrünen die Leistung der Beschäftigten. Zugleich kritisieren sie, dass der notwendige Umbau des Standorts viel zu langsam vorankommt.

Clemens Rostock, Landesvorsitzender der Brandenburger Bündnisgrünen:

„Das Kraftwerk Jänschwalde hat über Jahrzehnte Strom und Wärme geliefert. Tausende Menschen haben hier gearbeitet und die Lausitz geprägt. Diese Lebensleistung verdient Respekt.

Die politische Bilanz fällt jedoch deutlich schlechter aus. Die Braunkohle hat Landschaften zerstört, den Wasserhaushalt belastet und riesige Mengen CO₂ ausgestoßen. Das darf bei einem Festakt nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Die Politik hatte genug Zeit, den Standort auf die Zeit nach der Kohle vorzubereiten. Stattdessen gibt es viele Ankündigungen und viel zu wenig sichtbaren Fortschritt. Die Beschäftigten brauchen keine Festreden über Tradition. Sie brauchen neue und sichere Arbeitsplätze. Die Lausitz braucht Investitionen, die tatsächlich ankommen.

2028 geht das Kraftwerk vom Netz. Damit die Klimaschäden nicht weiter erhöht werden, müssen die anderen Kraftwerke zeitnah folgen. Jeder Block muss vom Netz, sobald er für die Versorgungssicherheit nicht mehr gebraucht wird. Jänschwalde darf nicht zum Denkmal einer verschleppten Energiewende werden. Die Zukunft des Standorts liegt nicht in der Braunkohle, sondern in erneuerbaren Energien, Speichern und moderner Industrie. Jetzt muss umgebaut werden, statt weiter Zeit zu verlieren.“