Schließung der Geburtshilfe am St. Josefs: Bündnisgrüne sehen verlässliche Frauenmedizin im ganzen Land unter Druck

Zur geplanten Schließung der Geburtshilfe, der Gynäkologie und der Babyklappe am St. Josefs Krankenhaus in Potsdam erklärt Juliana Meyer, Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen:

„Die Schließung der Geburtshilfe am St. Josefs ist nicht nur ein Potsdamer Problem. Sie zeigt, wie fragil die medizinische Versorgung in Brandenburg geworden ist. Gerade die Frauenmedizin steht vielerorts unter Druck. Das betrifft Geburtshilfe, Gynäkologie, Schwangerschaftsbegleitung und niedrigschwellige Hilfsangebote. Diese Versorgung darf nicht nach Kassenlage organisiert werden. Sie muss wohnortnah, verlässlich und gut erreichbar sein.

Wir wussten alle, dass die Krankenhausreform zu schmerzhaften Zusammenlegungen und auch zu Schließungen führen kann. Gerade deshalb braucht es jetzt politische Führung. Die Landesregierung darf die Entwicklung nicht einfach den Kliniken überlassen. Sie muss erklären, wie Frauenmedizin, Geburtshilfe und Notfallversorgung in Brandenburg langfristig gesichert werden sollen.

Die Schließung am St. Josefs sendet ein fatales Signal. Wieder wird bei einer besonders vulnerablen Gruppe gekürzt. Das betrifft Schwangere, Gebärende, Neugeborene und Familien. Es geht um mehr als einen Standort. Es geht um die Wertigkeit von Frauenmedizin in unserer Versorgungslandschaft. Frauenmedizin darf nicht erst dann Thema sein, wenn ein Kreißsaal vor dem Aus steht.

Zu einer guten Geburtshilfe gehören auch Hebammen. Sie leisten eine Arbeit, die für Schwangere und Familien weit über die Geburt hinaus wichtig ist. Gerade deshalb ist es bitter, dass die Hebammen am St. Josefs selbst von der Schließung betroffen sind. Wer Geburtshilfe abbaut, verliert auch Erfahrung, Vertrauen und gewachsene Strukturen. Das lässt sich nicht einfach an anderer Stelle wieder aufbauen.

Zur Wahrheit gehört auch, dass sowohl am St. Josefs als auch am Ernst von Bergmann Stellen betroffen sind. Das wirft zusätzliche Fragen auf. Das EvB soll künftig mehr Geburten auffangen, steht aber selbst unter Druck. Die Landesregierung muss deshalb offenlegen, wie Personal gehalten, zusätzliche Belastungen abgefedert und die Versorgung in Potsdam, im Umland und im ganzen Land gesichert werden sollen.“