CSD Rathenow: Queere Sichtbarkeit braucht dauerhaften Rückhalt

Anlässlich des CSDs in Rathenow am Samstag, 12. September, fordert die Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen, Juliana Meyer, eine verlässliche Finanzierung queerer Strukturen und einen wirksamen Schutz vor queerfeindlicher Gewalt. Meyer wird gemeinsam mit zahlreichen Bündnisgrünen am CSD teilnehmen und damit ein Zeichen für Vielfalt und gleiche Rechte setzen. Zugleich würdigt sie das breite gesellschaftliche Bündnis, das die Veranstaltung ermöglicht.

Die Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen Juliana Meyer sagt:

„Der CSD Rathenow ist für die gesamte Region von großer Bedeutung. Das breite Bündnis hinter der Veranstaltung verdient große Anerkennung. Besonders hervorheben möchte ich das Engagement des Kinder- und Jugendparlaments der Stadt. Gemeinsam mit vielen weiteren Beteiligten hat es diesen CSD auf die Beine gestellt und damit ein starkes Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt gesetzt.

Die Veranstaltung stand zwischenzeitlich auf der Kippe, weil plötzlich 1.000 Euro aus dem Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ fehlten. Gemeinsam mit unserem Bundesvorsitzenden Felix Banaszak und dem Kreisverband Havelland haben wir zunächst 500 Euro bereitgestellt. Eine anschließende Spendenaktion brachte innerhalb weniger Stunden mehr als 2.300 Euro ein. Diese große Unterstützung zeigt, wie wichtig der CSD den Menschen ist.

CSDs als reine Partyveranstaltungen darzustellen und mit dieser Begründung Fördermittel zu streichen, verkennt den Ernst der Lage. Gerade in ländlichen Regionen schaffen sie Sichtbarkeit und geben queeren Menschen Rückhalt. Sie bieten Raum für Menschen, die noch immer Ausgrenzung, Bedrohungen und Gewalt erleben.

Solidarität darf sich nicht auf schöne Worte beschränken. Queere Menschen brauchen verlässliche Unterstützung und dauerhafte Strukturen. Wir stehen an der Seite der queeren Community und kämpfen gemeinsam für gleiche Rechte und die wertschätzende Anerkennung von Vielfalt.“

Die Brandenburger Bündnisgrünen und die LAG QueerGrün fordern:

  1. Queere Infrastruktur dauerhaft und auskömmlich finanzieren

Beratungsstellen und weitere Unterstützungsangebote müssen verlässlich abgesichert werden. Insbesondere im ländlichen Raum braucht es einen deutlichen Ausbau.

  • Den Aktionsplan Queeres Brandenburg wirksam stärken

Die darin vorgesehenen Maßnahmen müssen mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet und konsequent umgesetzt werden.

  • Queerfeindliche Gewalt konsequent bekämpfen

Präventionsangebote und der Schutz Betroffener müssen ausgebaut werden. Queerfeindliche Übergriffe müssen konsequent erfasst und klar benannt werden.

  • Queere Selbstorganisation nachhaltig stärken

Queere Vereine und Initiativen brauchen langfristige und möglichst unbürokratische Förderstrukturen. Kurzfristige Projektfinanzierungen schaffen keine verlässliche Grundlage für ihre wichtige Arbeit.

  • Queerpolitik als Querschnittsaufgabe verankern

Queere Lebensrealitäten müssen in der Landespolitik und der Verwaltung dauerhaft berücksichtigt werden. Das gilt für Potsdam ebenso wie für die ländlichen Regionen Brandenburgs.