Volles Gasthaus in Trebnitz: Mehr als 120 Menschen bei „Bier mit Banaszak“

Mehr als 120 Menschen kamen am Montagabend zu „Bier mit Banaszak“ nach Trebnitz. Das Gasthaus zur Ostbahn platzte aus allen Nähten. Der Kreisverband der Bündnisgrünen Märkisch-Oderland hatte zum Gespräch mit dem Bundesvorsitzenden Felix Banaszak eingeladen. Selbst der Außenbereich war bis auf den letzten Platz gefüllt und folgte der Diskussion durchs Fenster. Auch der brandenburgische Landesvorsitzende Clemens Rostock war dabei.

„Ich freue mich besonders, hier so viele Menschen zu sehen, die ich gar nicht kenne“, sagte die Kreisvorsitzende Faina Dombrowski zur Begrüßung. „Genau dafür haben wir diesen Abend organisiert: Wir wollen raus aus unseren Blasen und miteinander reden, gerade an Orten, die oft schnell vergessen werden. Dabei dürfen wir Unterschiede haben und trotzdem Gemeinsamkeiten entdecken.“

Die meisten Gäste kamen nicht mit einem grünen Parteibuch. „Sie kamen, weil sie wissen wollten, was mit ihrer Region passiert: bei Bahnverbindungen, beim Wasser, bei der Energiewende oder mit Blick auf die Zukunft ihrer Dörfer und Städte“, so Dombrowskis Co-Vorsitzender Marian Sutholt.

Die Gäste fragten unter anderem nach der Zukunft der Ostbahn, nach Frieden und Sicherheit sowie nach Solaranlagen in der Märkischen Schweiz. Auch das Verhältnis zu anderen Parteien, den Berliner Koalitionsverhandlungen und klimafreundliches Reisen kamen zur Sprache. Banaszak stellte sich den Fragen und sprach über politische Entscheidungen, bei denen es keine einfachen Antworten gibt. Beim Reisen forderte er mehr Nachtzüge.

Zur Debatte über Sicherheit und die Ostbahn machte Banaszak deutlich, dass er die Sorge vor Krieg ernst nimmt „Wenn wir immer wieder über jede einzelne Waffengattung sprechen, nimmt man uns den Wunsch nach Frieden schwer ab“. Zugleich widersprach er der Sicht von Sahra Wagenknecht. „Niemand von uns ist kriegslüstern“, sagte er. Frieden zu bewahren, bedeute aber auch, keine Schwäche zu signalisieren.

„Der Abend hat deutlich gemacht, wie wichtig der offene Austausch vor Ort ist – auch außerhalb von Wahlkämpfen“, sagen die Veranstalter Dombrowski und Sutholt. „Es gab Fragen, Widerspruch und unterschiedliche Meinungen. Genau solche Gespräche wollen wir in Märkisch-Oderland führen.“ Rostock wirbt dafür, solche und ähnliche Dialogformate auszubauen: „Politik darf nicht nur in Potsdam, Berlin oder im Internet stattfinden. Sie gehört ins Gasthaus, an die Haustür und auf die Plätze.. Menschen wollen keine vorgefertigten Sätze hören. Dafür wollen wir weitere Formate dieser Art anbieten.“