Anlässlich des Abschlusses der Aktion „ADFC on Tour“ fordert der Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen, Clemens Rostock, eine verlässliche Finanzierung des Radverkehrs. Rostock nimmt am Sonntag an der letzten Etappe von Beeskow nach Fürstenwalde teil. Dort treffen die Nordroute und die Südroute zum gemeinsamen Abschluss auf dem Marktplatz zusammen.
Die Aktion des ADFC Brandenburg führte über insgesamt 1.111 Kilometer auf dem Radfernweg „Tour Brandenburg“. Auf 24 Etappen machten Radfahrende auf die Bedeutung des Fahrrads für die Mobilität im ländlichen Raum aufmerksam. Gleichzeitig nahmen sie die Bedingungen entlang der Strecke unter die Lupe.
„Radfahren ist in Brandenburg beliebt. Viele Menschen nutzen das Fahrrad im Alltag und in ihrer Freizeit. Die Infrastruktur wird dieser Bedeutung jedoch vielerorts nicht gerecht. Es fehlen sichere Verbindungen, bestehende Radwege sind sanierungsbedürftig oder enden im Nirgendwo“, sagt Rostock.
Im kommenden Doppelhaushalt 2027/2028 müsse die Landesregierung ausreichend Mittel für den Neubau und die Sanierung von Radwegen bereitstellen. Die Radverkehrsstrategie des Landes sieht Investitionen von mindestens 30 Euro pro Einwohnerin und Einwohner vor. Das entspricht rund 80 Millionen Euro im Jahr. Unter grüner Regierungsbeteiligung wurden die Mittel von 4 auf über 40 Millionen mehr als verzehnfacht. Zuletzt gingen die Mittel wieder deutlich zurück.
„Die Ziele der Radverkehrsstrategie dürfen nicht nur auf dem Papier stehen. Im Doppelhaushalt muss der Radwegebau finanziell abgesichert werden. Notwendig sind mindestens 30 Euro pro Einwohnerin und Einwohner. Sonst drohe der Rückfall in die Ambitionslosigkeit. Dann würde das im Mobilitätsgesetz festgehaltene Ziel, den Radverkehrsanteil bis 2030 deutlich zu erhöhen, klar verfehlt werden“, so Rostock.
Besonders wichtig seien sichere Radwege zwischen den Orten sowie verlässliche Verbindungen zu Schulen und Bahnhöfen. Zudem müsse das geplante „Radnetz Brandenburg“ zügig umgesetzt werden. Die Kommunen benötigten eine verlässliche Förderung, damit bereits geplante Projekte nicht weiter verschoben werden.
„Ein durchgängiges Radwegenetz erhöht die Verkehrssicherheit gerade für Kinder und Jugendliche, die für ihre Mobilität oft auf das Fahrrad angewiesen sind. Gerade jetzt zum Schulbeginn begeben sich wieder viele Kinder auf für sie neue Wege. Die Landesregierung muss deshalb jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit aus Planungen tatsächlich gebaute Radwege werden“, sagt Rostock.