Die geplante Einstellung der Direktverbindung des Regionalexpress RE3 zwischen Schwedt und Berlin ist aus Sicht der Schwedter Bündnisgrünen ein schwerer Rückschlag für die Zukunftsfähigkeit der Industriestadt in der Uckermark.
„Schwedt befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Gerade jetzt die direkte Bahnverbindung nach Berlin zu streichen, ist das völlig falsche Signal. Wer Strukturwandel, Innovation und Ansiedlung ernst meint, muss auch die notwendige Infrastruktur sichern“, fordert Cindy Hahn, Stadtverordnete in Schwedt und Mitglied im Landesvorstand der Brandenburger Bündnisgrünen.
Mit Unterstützung des Just Transition Fund stehen der Region rund 110 Millionen Euro zur Verfügung, um den Strukturwandel aktiv zu gestalten. Allein für den geplanten Innovation Campus sind Investitionen von etwa 80 Millionen Euro vorgesehen. Projekte wie das Reallabor für Bioökonomie, der Ausbau des Industriegebiets „Hafen Nord“ sowie das kürzlich gestartete TRAVIS-Projekt, das mit 18,4 Millionen Euro gefördert wird, zeigen deutlich: Schwedt entwickelt sich zu einem zukunftsorientierten Industrie- und Innovationsstandort.
Eine leistungsfähige Verkehrsanbindung ist in dieser entscheidenden Phase kein „Nice-to-have“, sondern eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Transformation. Unternehmen, Fachkräfte, Wissenschaft, Auszubildende, Studierende und Investoren sind auf eine verlässliche und direkte Verbindung in die Hauptstadt angewiesen. Die Streichung der RE3-Direktverbindung steht damit im klaren Widerspruch zu den erklärten Zielen des Landes Brandenburg, strukturschwache Regionen zu stärken und gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen.
Besonders irritierend ist, dass noch im vergangenen Jahr eine Perspektive für eine stündliche Direktverbindung zwischen Schwedt und Berlin in Aussicht gestellt wurde. Umso unverständlicher ist nun die Kehrtwende hin zur vollständigen Streichung der Direktverbindung.
„Eine Absage aus Potsdam darf nicht akzeptiert werden. Jetzt gilt es, alle Kräfte zu mobilisieren und die Entscheidung auf den Prüfstand zu stellen. Schwedt braucht Verlässlichkeit und keine Entscheidungen, die die Entwicklung der Stadt ausbremsen. Wenn das Land Millionen in Transformation und Innovation investiert, darf es bei der grundlegenden Verkehrsinfrastruktur nicht den Rotstift ansetzen“, so Hahn.
Zugleich richtet Hahn den Blick auf die Verantwortung der Region und insbesondere auf Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU). Dörk ist Mitglied im Aufsichtsrat der VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH.
„Wir haben Vertrauen in die neu wiedergewählte Landrätin Karina Dörk, dass sie dieses Thema mit Nachdruck weiterverfolgt und die Interessen der Uckermark gegenüber Land und VBB klar vertritt. Schwedt und die Uckermark brauchen jetzt eine starke Stimme für den Erhalt einer direkten und verlässlichen Bahnverbindung nach Berlin“, so Hahn.
Hahn war zudem erst vor wenigen Tagen zu Gesprächen in Brüssel im Europäischen Parlament und tauschte sich dort über die europäische Unterstützung für Transformationsregionen aus.
„In Brüssel wird deutlich gesehen, wie wichtig Regionen wie Schwedt für eine klimaneutrale Industrie der Zukunft sind. Umso wichtiger ist es, dass auch die Landesregierung ihren Teil beiträgt und die Region nicht verkehrlich abhängt“, so Hahn.