Die Bündnisgrünen in Ostprignitz-Ruppin pochen auf die Umsetzung der seit Langem angekündigten Taktverdichtung zwischen Neuruppin und Berlin. Die bereits weit fortgeschrittenen Pläne dürfen nicht an einer veränderten Prioritätensetzung der Landesregierung scheitern. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hatte zuletzt darauf verwiesen, dass das Land nicht alles umsetzen könne, was wünschenswert sei.
Der bündnisgrüne Kreisvorstand stellt dazu klar: Eine bessere und direkte Bahnanbindung von Neuruppin an Berlin ist kein unverbindlicher Wunsch. Es handelt sich um ein zugesagtes Projekt, mit dem die Region seit Jahren plant. Kommunen und Unternehmen haben die angekündigte Verbesserung der Bahnverbindung bereits in ihre Entscheidungen einbezogen. Auch viele Menschen haben darauf vertraut, dass der Ausbau kommt. Eine Abkehr von den Plänen würde der Entwicklung der gesamten Region schaden. Zugleich würde das Vertrauen in politische Zusagen weiter geschwächt.
Bereits die Ankündigung im Frühjahr, dass die Taktverdichtung erst viele Jahre später umgesetzt werden könnte, hatte in Ostprignitz-Ruppin für großen Frust gesorgt. Viele Menschen pendeln weiterhin mit dem Auto zwischen Neuruppin und Berlin, weil der Prignitzexpress nur einmal pro Stunde fährt und häufig unzuverlässig ist.
Die Bündnisgrünen begrüßen daher die Ankündigung von Landrat Ralf Reinhardt (SPD), zeitnah das Gespräch mit Verkehrsminister Crumbach zu suchen. Der Kreisverband will die Ergebnisse dieses Gesprächs zunächst abwarten. Danach soll über weitere politische Schritte und mögliche Protestaktionen entschieden werden.
Wiebke Nowack, Kreisvorsitzende der Bündnisgrünen in Ostprignitz-Ruppin sagt: „Die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs entscheidet darüber, ob Menschen das Auto oder die Bahn nutzen. Das gilt für den täglichen Weg zur Arbeit ebenso wie für private Fahrten. Aktuell entscheiden sich viele Menschen für das Auto, weil der Prignitzexpress nur stündlich fährt und zudem unzuverlässig ist. Eine bessere Verbindung würde den Straßenverkehr verringern und die Region als Wohnort stärken. Auch der Wirtschaftsstandort Ostprignitz-Ruppin würde von einer verlässlichen Anbindung an Berlin profitieren.“
Susanne Rohleder, Kreisvorsitzende Bündnisgrünen in Ostprignitz-Ruppin ergänzt: „Seit Jahren wird darüber gesprochen, dass ländliche Regionen besser angebunden werden müssen. Die Taktverdichtung zwischen Neuruppin und Berlin wäre dafür eine konkrete und längst versprochene Maßnahme. Politische Zusagen müssen verlässlich sein. Das gilt besonders bei Infrastrukturprojekten, auf die sich eine ganze Region eingestellt hat. Das Vertrauen in staatliche Institutionen leidet, sobald weit fortgeschrittene Vorhaben ohne überzeugende Begründung infrage gestellt werden.“
Der Landesvorsitzende Clemens Rostock zieht einen Vergleich mit anderen vergleichbaren Städten in Brandenburg: „Mit Blick auf Lübben, Eberswalde oder Oranienburg wird deutlich, dass die Attraktivität der Bahnverbindung für Neuruppin aktuell deutlich hinter denen vergleichbarer Städte hinterherhinkt. Es geht hier also nicht um irgendeine Luxusfrage, sondern um die Schaffung eines anständigen Angebots, das bisher nicht vorhanden ist. Neuruppin als Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums darf nicht länger mit dem bestehenden, schlechten Angebot abgespeist werden. “