Bündnisgrüne kritisieren Abschaffung des Waldzustandsberichts: Waldschäden dürfen nicht aus der Öffentlichkeit verschwinden

Die Brandenburger Landesregierung will Medienberichten zufolge den jährlichen Waldzustandsbericht abschaffen. Zugleich soll der Bericht zur Lage der Forstwirtschaft künftig nur noch alle fünf statt alle drei Jahre erscheinen. Die Brandenburger Bündnisgrünen fordern, diese Pläne zurückzunehmen.

Dazu sagt Clemens Rostock, Landesvorsitzender der Brandenburger Bündnisgrünen:

„Diese Landesregierung entwickelt immer mehr eine Haltung wie im Film ‚Don’t Look Up‘: Was wir nicht hören wollen, darüber soll keiner mehr reden. Brandenburgs Wälder sind schwer geschädigt. Die Antwort der Landesregierung lautet offenbar: Dann schaffen wir eben den Bericht ab.

Mal wieder muss der vermeintliche Bürokratieabbau dafür herhalten, unliebsame Informationen aus der Öffentlichkeit zu drängen. Besonders dreist ist, dass die Daten ohnehin weiter erhoben werden müssen. Der Bund benötigt sie für seinen jährlichen Waldzustandsbericht. Gespart wird also kaum Arbeit. Abgebaut wird vor allem Transparenz.

SPD-Ministerin Mittelstädt will die Öffentlichkeit künftig mit einem ‚Talk im Wald‘ abspeisen. Ein Gesprächsformat ist kein Ersatz für einen überprüfbaren Bericht. Politik braucht belastbare Zahlen. Die Menschen haben ein Recht auf vollständige Informationen.

Nur noch acht Prozent der in 2025 in Brandenburg untersuchten Bäume gelten als gesund. Bei 39 Prozent wurden deutliche oder schwere Schäden festgestellt. Diese Zahlen sind ein politischer Auftrag. Die Landesregierung versucht stattdessen, den Überbringer der schlechten Nachricht abzuschaffen. Der jährliche Waldzustandsbericht muss bleiben.“