Zu den angekündigten Klagen mehrerer Lehrkräfte gegen die zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche erklärt Juliana Meyer, Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen:
„Es ist ein trauriges Signal, wenn Lehrkräfte in Brandenburg den Klageweg wählen müssen. Zugleich zeigt dieser Schritt, wie groß die Belastung an den Schulen inzwischen ist. Wir erkennen die Not der Pädagoginnen und Pädagogen ausdrücklich an. Wer täglich unter schwierigen Bedingungen Schule möglich macht, verdient Unterstützung und nicht zusätzliche Last.
Das Bildungsministerium ist offensichtlich nicht bereit oder nicht in der Lage, angemessen auf die Lehrkräfte zuzugehen. Statt Verständigung zu suchen, wird Mehrarbeit verordnet. Das verschärft die Situation an den Schulen und macht den Beruf weiter unattraktiv.
Die bereits angekündigten Entlastungen dürfen auf keinen Fall zulasten der pädagogischen Qualität gehen. Wenn etwa Lernentwicklungsgespräche in den Klassen 1 und 2 wegfallen, ist das keine echte Verbesserung, sondern ein Rückschritt. Bildungsminister Gordon Hoffmann muss endlich auf die Lehrkräfte zugehen, echte Entlastungen schaffen und die Qualität an den Schulen sichern. Brandenburg braucht bessere Arbeitsbedingungen, mehr Unterstützung für die Schulen und echte Qualitätsverbesserungen statt Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Lehrkräften, Kindern und Familien.“
Hintergrund sind Klagen mehrerer Lehrkräfte gegen die seit diesem Schulhalbjahr geltende zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche. Laut Bildungsministerium betrifft die Regelung rund 60 Prozent aller Lehrkräfte in Brandenburg. Bereits zuvor hatte die GEW eine Normenkontrollklage eingereicht.