Der Schutz der Brandenburger Seen braucht starken Klimaschutz und eine Wende in der Landwirtschaftspolitik

Die NABU-Naturschutztaucher*innen Silke Oldorff und David Wortmann sind am Dienstag, 07.09.2021 in den Kalksee zwischen Neuruppin und Rheinsberg abgetaucht und haben Bundestagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen im Anschluss Proben aus dem See präsentiert, um den Politiker*innen den kritischen Zustand der Seen in Deutschland zu demonstrieren. Spitzenkandidat Michael Kellner: "Wir brauchen ein sensibleres Bewusstsein für Wasser. Wichtig ist zum einen, dass das Wasser in der Landschaft gehalten wird. An entsprechenden Maßnahmen arbeitet das Brandenburger Umweltministerium. Zum anderen brauchen wir ganz dringend eine Landwirtschaft, die Gewässer schützt und vor allem in Gewässernähe auf Pestizide verzichtet. Diese Wende wollen wir Bündnisgrüne in der kommenden Legislaturperiode des Bundestags einleiten.“

Die NABU-Naturschutztaucher*innen Silke Oldorff und David Wortmann sind am Dienstag, 07.09.2021 in den Kalksee zwischen Neuruppin und Rheinsberg abgetaucht und haben Bundestagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen im Anschluss Proben aus dem See präsentiert, um den Politiker*innen den kritischen Zustand der Seen in Deutschland zu demonstrieren. Vor allem bei der Landwirtschaft und im Klimaschutz müssten nach der Bundestagswahl grundlegende Veränderungen geschehen, appellierten die beiden Taucher*innen und Tom Kirschey, Repräsentant des NABU Bundesfachausschusses Lebendige Seen an Michael Kellner, Spitzenkandidat der Brandenburger Bündnisgrünen, an Maximilian Kowol, bündnisgrüner Direktkandidat im Wahlkreis 56 und an die bündnisgrüne Kreisvorsitzende Wiebke Nowack:

„Der Zustand unserer Seen ist nicht nur seit Jahren besorgniserregend, von der Erreichung des guten Zustands sind wir heute sogar viel weiter entfernt als im Jahr 2000 - als die EU-Wasserrahmenrichtlinie beschlossen wurde. Weit über 85 % verfehlen seit Jahren die Ziele, das ist eine ökologische Katastrophe“, findet TOM KIRSCHEY. „Die neue Bundesregierung muss in den Bereichen der Landwirtschaftspolitik und der Klimapolitik, aber auch bei der Verteilung von Fördergeldern endlich umsteuern und die Grundvoraussetzungen dafür schaffen, dass die Einhaltung der Richtlinie gelingen kann. Dabei können wir alle nur gewinnen, Gewässernutzer, Badegäste, Taucher, Angler, Naturschützer, wenn wir Seen pfleglich behandeln und nicht einzelnen Partikularinteressen opfern."  

Taucher DAVID WORTMANN, Initiator des Tauchgangs, ergänzt: „Daher hat im Grunde keiner ein Interesse daran, dass sich die Vielfalt der Organismen, Pflanzen und Tiere in unseren Seen weiter dramatisch reduziert. Eine hohe Biodiversität in unseren Seen ist für uns wie eine Lebensversicherung - sie macht unsere Ökosysteme widerstandsfähiger gegen den Klimawandel, liefert den für uns nötigen Lebens- und Erholungsraum. Die nächste Bundesregierung muss einen entscheidenden Beitrag dazu leisten und die notwendigen politischen Rahmenbedingungen für gesunde Seen nicht nur in Brandenburg, sondern auch in ganz Deutschland schaffen.“

Silke Oldorff und David Wortmann hatten am Grund des Kalksees Vegetationsproben genommen, anhand derer sich die Wasserqualität des Sees ableiten lässt. Sie fanden nur wenige Arten, die in diesem Lebensraum eigentlich typisch sein sollten. Stattdessen förderten sie so genannte „Störanzeiger“ zu Tage: Wasserpflanzen wie das „Raue Hornblatt“, deren Präsenz auf eine zu hohe Nährstoffkonzentration hinweist. 

MICHAEL KELLNER nimmt die Erkenntnisse sehr ernst: „Die Dürre der letzten Jahre hat gezeigt: Wir brauchen ein sensibleres Bewusstsein für Wasser. Wichtig ist zum einen, dass das Wasser in der Landschaft gehalten wird. An entsprechenden Maßnahmen arbeitet das Brandenburger Umweltministerium. Zum anderen brauchen wir ganz dringend eine Landwirtschaft, die Gewässer schützt und vor allem in Gewässernähe auf Pestizide verzichtet. Diese Wende wollen wir Bündnisgrüne in der kommenden Legislaturperiode des Bundestags einleiten. Seen müssen nicht nur um der Menschen und der Landschaft Willen erhalten bleiben, sondern ihr Schutz hilft uns auch, die Folgen der Klimakrise besser zu verkraften.“ Der Bündnisgrüne Bundestagskandidat ist begeistert von den NABU-Naturschutztauchern: „Es handelt sich hier um ein tolles Vorzeigeprojekt von Bürgerwissenschaft. Dieses bundesweite Projekt, das in Brandenburg seinen Ursprung hat, hilft uns zu verstehen, wie sich die Situation in den letzten Jahren entwickelt hat“, so Michael Kellner. 
 

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