Hebammenpraxis und Turnstudio – Zwei Hebammen des „Go-Hin“ in Glienicke/Nordbahn sind die neuen Grünen Gründerinnen

15.02.17

Die Brandenburger Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, PETRA BUDKE, hat gestern Sabine Gowitzke und Dana Hinnerichs, zwei befreundete Hebammen und Turntrainerinnen, als „Grüne Gründerinnen“ ausgezeichnet. Der Preis wird von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bereits zum achten Mal an Brandenburger Frauen vergeben, die sich mit nachhaltigen, originellen Ideen selbständig machen und somit die Wirtschaftskraft Brandenburgs stärken. Vor anderthalb Jahren hatten Sabine Gowitzke (50) aus Hennigsdorf und Dana Hinnerichs (37) aus Glienicke das „Go-Hin“ in Glienicke/Nordbahn gegründet. Der Name der Praxis „Go-Hin“ leitet sich aus den Anfangsbuchstaben von Gowitzke und Hinnerichs ab.

Die Gründungsidee erklärt Dana Hinnerichs: „Als Hebammen wollen wir Familien von Beginn der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter begleiten und als Kinderturntrainerinnen die Entwicklung der Kinder beim Kinderturnen fördern - und bei allen Freude an der sportlichen Bewegung wecken.“ Die Kurse sind vielfältig: Zumba und Tanz, Pilates und Yoga, Fitness und Kanga (Training der Mutter mit ihrem Kind im Tragetuch), PEKiP und Massage. Dazu musikalische Früherziehung, Erste Hilfe am Kind, Homöopathie und auch Fotografie: Das „Go-Hin“ zählt elf Kooperationspartnerinnen, die „das Programm so schön abrunden“, wie Dana Hinnerichs freudig erzählt. „In den ersten Wochen nach der Geburt sind die Eltern noch so offen, hier können wir die Weichen für eine gesunde Entwicklung stellen – fürs Stillen, die richtige Beikost, die Ernährung der Mutter, Freude an der Bewegung – man kriegt das hundertfach zurück“, sagt Sabine Gowitzke.

„Mit ihrer originellen Idee, die klassischen Aufgaben einer Hebamme mit ihrer Leidenschaft für das Turnen zu verbinden, haben sie ein einzigartiges Angebot geschaffen“, begründete PETRA BUDKE die Auswahl der beiden Geschäftsfrauen für den Preis „Grüne Gründerin“. „Neben Schwangerenvorsorge, Wochenbettbetreuung und Kursen zur Geburtsvorbereitung und Rückbildung bieten Sie Turnen in jeglicher Form an – ab acht Monaten bis sechs Jahren, mit und ohne Eltern oder Großeltern. Darüber hinaus ergänzen Sie die klassische Medizin durch Ihr Weiterbildungen als Still- und Laktationsberaterinnen, in der Akupunktur und Homöopathie.“

PETRA BAJURAT-KOLLEGER, die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Fraktion in Glienicke/Nordbahn, fügte hinzu: „Ich bekomme glänzende Augen, wenn in Glienicke eine neue Hebammenpraxis „geboren“ wird - bei den rauen Bedingungen, die seit einigen Jahren für Hebammen herrschen, wie unsäglich hohe Haftpflichtversicherungsgebühren und knappe Pauschalen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Branche steht vor einem Umbruch, und wir Bündnisgrüne fordern seit geraumer Zeit Unterstützung für den Beruf der Hebamme.“

In der Tat hatten die beiden Frauen „Angst vor diesem Schritt“, bekennt Dana Hinnerichs. „Sind wir zu blauäugig, wenn Praxen um uns herum schließen?“ fragten sich die beiden freiberuflichen Hebammen. Ein Hindernis war damals auch die Suche nach geeigneten Praxisräumen, da der Beruf der Hebamme nicht als Gewerbe gilt und daher Gewerberäume nicht zur Verfügung standen. „Das zweite Standbein mit den vielen Kursangeboten hat sich als absolut hilfreich erwiesen, nur mit dem Turnen kann sich die Hebammenpraxis halten“, ergänzt Sabine Gowitzke. Inzwischen sind die Kurse im „Go-Hin“ stark nachgefragt – Werbung müssen die beiden kaum noch machen, die Mund-zu-Mund-Propaganda und ein guter Internetauftritt reichten aus. Den gestaltet Dana Hinnerichs Ehemann – überhaupt sei es mit das Wertvollste in der Existenzgründung gewesen, dass die Familien der beiden Gründerinnen hinter ihnen stünden.

Mit Hausbesuchen in der Schwangerenvorsorge und Wochenbettbetreuung sind beide Hebammen stark gefordert, bis über den Sommer hinaus sind sie ausgebucht. „Vor sieben Jahren hat eine Frau in der 25. Schwangerschaftswoche angerufen und eine Hebamme bekommen. Heute melden sich Frauen in der 7. Schwangerschaftswoche – Hebammen werden in Glienicke genauso dringend gebraucht wie Tagesmütter und Kitaplätze.“

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