Equal Pay Day: Überkommene Geschlechterrollen führen zu Altersarmut unter Frauen

09.03.21

Der „Equal Pay Day“ fällt in Deutschland dieses Jahr auf den morgigen Mittwoch, 10.03.2021. Würde man die bundesweiten Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen entsprechend umrechnen, dann würden Frauen erst ab dem 10. März. für ihre im gesamten Jahr geleistete Arbeit bezahlt werden, während Männer vom ersten Tag an ihr Gehalt erhielten. Dazu sagt die Frauenpolitische Sprecherin und Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg, ALEXANDRA PICHL:

„In Brandenburg fällt der Equal Pay Day zwar schon in die zweite Januarwoche, aber das darf uns nicht in falsche Sicherheit wiegen. Denn obwohl bei den Stundenlöhnen hierzulande nicht so tiefe Lücken klaffen wie im Bundesschnitt, sind auch in Brandenburg Frauen deutlich stärker von Altersarmut bedroht als Männer. Der Grund: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, sie verdienen damit insgesamt weniger als Männer, auch wenn sich die Stundenlöhne auf dem Papier kaum unterscheiden. Außerdem übernehmen Frauen weit öfter die unbezahlte Pflege- und Betreuungsarbeit und treten dafür im Beruf kürzer. Die Elternzeit beziehungsweise die Pflege Angehöriger wird zwar bei der Rentenberechnung berücksichtigt, doch bei weitem nicht äquivalent zu einer Berufstätigkeit in Vollzeit. Dabei ist Care-Arbeit sogar deutlich anstrengender. So entstehen Frauen Einbußen, die sich schließlich im Rentenalter voll auswirken.

Überkommene Rollenbilder drängen Frauen dazu, Verhältnisse zu akzeptieren, die ihnen langfristig schaden. Der Equal Pay Day ist hierbei nur ein besonders anschauliches Beispiel unter vielen. Nicht nur, um Frauen vor finanziellen Notlagen im Alter zu bewahren, müssen wir Stereotype kompromisslos aufbrechen. Bildung und Erziehung kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu: Lehrer:innen und Erzieher:innen müssen schon bei der Ausbildung dafür sensibilisiert werden, die Auswirkungen von stereotypisierenden Darstellungen der Geschlechter zu bedenken. Kurzfristigere Maßnahmen müssen das langfristige Umdenken begleiten: Die häusliche Pflege muss finanziell stärker anerkannt werden, Care-Arbeit muss bei der Berechnung der Rente eine größere Rolle spielen. Frauen können es sich wortwörtlich nicht leisten, dass unsere Gesellschaft bei dieser Ungerechtigkeit weiter wegschaut. Besonders nicht im Alter.“
 

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Arbeit Frauen Pressemitteilung LV

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