Equal Pay Day 2018: "Das Grundrecht auf Lohngleichheit steht uns Frauen seit 69 Jahren zu."

Anlässlich des Tags der Entgeltgleichheit, des „Equal Pay Day“, der 2018 auf den 18. März fällt, greift die Brandenburger Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, PETRA BUDKE, die Nachricht der Arbeitsagentur Nürnberg vom Januar dieses Jahres auf, dass Frauen in Brandenburg besser als die Männer verdienten:

„Diese Nachricht überraschte: in Brandenburg verdienen Frauen monatlich im Durchschnitt 127 Euro mehr als die Männer, während es sich in den meisten Bundesländern umgekehrt verhält. Doch dies verstellt den Blick für die wahren Gegebenheiten: In dieser Statistik wurden nur die Vollzeitjobs berücksichtigt, während viele Frauen in Teilzeit, geringfügigen Beschäftigungen oder Minijobs arbeiten und dort meist sehr schlecht verdienen. Es gibt also keinen Grund, sich zurückzulehnen. Das beweisen auch die gestern veröffentlichten Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, wonach Frauen in Brandenburg drei Prozent schlechter als die Männer verdienen würden.

In solchen Arbeitsverhältnissen zahlen Frauen meist nicht genug für ihre Rente ein und laufen viel häufiger als ihre männlichen Kollegen Gefahr, unter Altersarmut zu leiden. Zudem sind immer noch Frauen diejenigen, die ihre berufliche Karriere wegen der Kinderbetreuung oder Pflege älterer Angehöriger zurückstellen. Nach wie vor üben Frauen Berufe in schlechter bezahlten Branchen wie dem Gesundheits- und Erziehungswesen aus, z.B. als Hebamme, Alten- und Krankenpflegerin oder als Tagesmutter. Genau diese Berufe müssten viel besser bezahlt werden.“

Als weiteren Grund für das überdurchschnittlich gute Abschneiden der märkischen Frauen hatte die Arbeitsagentur genannt, dass der öffentliche Dienst in Brandenburg besonders stark ausgeprägt sei – hier arbeiteten mehr Frauen als Männer. Beispielsweise wären vier Fünftel der rund 20.000 Lehrer Frauen und ordentlich bezahlt. Auch in den Ministerien und der Justiz fänden sich zwei Drittel Frauen, die als Beamte gut besoldet werden. BUDKE dazu: „In Brandenburg mit einem durchschnittlichen Einkommen von 2.400 Euro ist ein Beamter/eine Beamtin damit schon Top-Verdiener*in – hier wird deutlich, dass es immer noch ein starkes Lohngefälle zwischen Ost und West gibt. Das muss sich endlich ändern.“

Doch außerhalb des öffentlichen Dienstes sieht es laut der Statistik der Arbeitsagentur in Brandenburg für Frauen genauso mau aus wie im Bundesdurchschnitt: Sie bekommen immer noch 20 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen, und das für die gleiche Arbeit. „Wir können uns also noch lange nicht zurücklehnen“, zieht PETRA BUDKE Bilanz.

Im Hinblick auf neue Transparenzgesetz, das Betriebe ab 200 Mitarbeiter*innen verpflichtet, über die Verdienste ihrer Mitarbeiter*innen Auskunft zu geben, sagt BUDKE: „Es ist ein Vorstoß in die richtige Richtung, geht uns Grünen aber nicht weit genug. In Brandenburg haben wir überwiegend Kleinbetriebe, hier greift das Gesetz nicht. Wir fordern, die Hürden für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen abzubauen und die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt für Frauen und Männer zu erleichtern.“ PETRA BUDKE betont: „Das Grundrecht auf Lohngleichheit steht uns Frauen zu, seit 69 Jahren steht der Gesetzgeber in der Verpflichtung!“

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Frauen | Pressemitteilung LV

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