Auszeichnung Grüne Gründerin geht an 30-jährige Autorin aus Potsdam für "Kein Hawaii – Pilgern durchs Havelland"

Die Auszeichnung Grüne Gründerin, mit der der Landesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Brandenburg hiesige Frauen würdigt, die sich mit einer nachhaltigen, originellen Idee selbständig gemacht haben, geht diesmal an die 30-jährige Susanne Laser. Die Kommunikations-Designerin hat ihre Erfahrungen als Pilgerin in dem Buch „Kein Hawaii – Pilgern durch das Havelland“ aufgeschrieben und selbst illustriert. Darin beschreitet die Potsdamerin einen weitgehend vergessenen Pilgerweg des 14. Jahrhunderts von Hennigsdorf (Oberhavel) über die Wunderblutkirche in Bald Wilsnack (Prignitz) bis nach Tangermünde in Sachsen-Anhalt.

Die Auszeichnung Grüne Gründerin, mit der der Landesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Brandenburg hiesige Frauen würdigt, die sich mit einer nachhaltigen, originellen Idee selbständig gemacht haben, geht diesmal an die 30-jährige Susanne Laser. Die Kommunikations-Designerin hat ihre Erfahrungen als Pilgerin in dem Buch „Kein Hawaii – Pilgern durch das Havelland“ aufgeschrieben und selbst illustriert. Darin beschreitet die Potsdamerin einen weitgehend vergessenen Pilgerweg des 14. Jahrhunderts von Hennigsdorf (Oberhavel) über die Wunderblutkirche in Bald Wilsnack (Prignitz) bis nach Tangermünde in Sachsen-Anhalt.

„Kein Hawaii beschäftigt sich mit modernem Reiseverhalten, aber auch mit Nostalgie und dem Begriff von Heimat. Alle suchen die Abgeschiedenheit, aber niemand kommt auf die Idee, dass sie im Havelland zu finden sein könnte. Ich selbst habe meine Heimat unterschätzt“, sagt Susanne Laser, die in Potsdam geboren ist und die Mark Brandenburg lediglich als vorüberziehende Kulisse von der Rückbank des elterlichen Autos kennenlernte. In ihrem Buch hinterfragt sie Reisekonventionen und sucht nach der Reisekunst, die über das Abklappern von Aussichtspunkten, Souvenirs-Shopping und das Abhaken von Sehenswürdigkeiten oder vermeintlichen Geheimtipps hinausgeht. „Reiseführer beschränken sich nach wie vor auf landeskundliche Superlative und effizienzgetriebene Wegfindungsinformationen. Die innere Reise hingegen wird vernachlässigt“, so Susanne Laser.

„Das vermeintlich unspektakuläre Havelland wird zum Lehrmeister, die Wahrnehmung zu schärfen und sich gegen die Wunden unserer Zeit zu stemmen – Maßlosigkeit und Hochgeschwindigkeit.“

Der Ort der Preisverleihung – die St. Nikolai Wunderblutkirche in Bad Wilsnack – hat der Landesverband bewusst gewählt, denn er zählte im Mittelalter bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts zu den größten Wallfahrtszentren des Christentums und ist Ziel des nun wieder hergestellten Pilgerweges.

Die Vielschichtigkeit des Buches hat die Jury der Grünen Gründerin überzeugt, sagte die bündnisgrüne Kreistagsabgeordnete aus der Prignitz, Bärbel Treutler: „Susanne Lasers erstes Buch ist Reisebericht, Ratgeber, Sachbuch und Fiktion zugleich. Es lässt sich unterwegs, von der Couch als Gedankenreise oder auf einer ganz anderen Reise als Fachlektüre lesen. Zudem hat die Autorin es wunderschön mit analogen Fotografien, Karten und Zeichnungen illustriert – wie gut, dass sie sich für das altmodische Buch und nicht für eine App entschieden hat. Reisen als Kunstfertigkeit, mit diesem Buch weckt Susanne Laser die Lust, sich selbst auf den Weg zu machen – auf Schusters Rappen. Von ihren Erfahrungen berichtet sie zudem in Lesungen und Vorträgen über Buchkunst und Crowdfunding bis zu Reisekultur und Landschaftsästhetik und baut sich damit ein zweites Standbein auf.“

MARTIN WANDREY, 24-Jähriger Medizinstudent und Direktkandidat aus dem Wahlkreis 56 (Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Havelland I) ergänzte: „Ich finde es bewundernswert, wie Susanne Laser unsere Art zu reisen und zu leben hinterfragt: die hohe Geschwindigkeit, das dauernde Stieren aufs Handy, die Leistungsgesellschaft, der Effizienzdruck, unter dem wir alle leiden. Ich finde es klasse, dass sie sich dagegen stemmt, sich die Auszeiten beim Pilgern gönnt und sogar ohne Handy-App und Kompass einfach losläuft, zurückgeworfen auf sich selbst, dass sie morgens nicht weiß, wie weit sie wirklich kommen wird und wo sie abends schlafen wird. Völlig unplanbar und damit anachronistisch zu unserer Generation der Digital Natives.“

Die erste Auflage von 800 Büchern hat Susanne Laser per Crowdfunding finanziert und sie in einer Berliner Druckerei ökologisch, sozial und fair produzieren lassen – auch das war ein Argument für den Preis Grüne Gründerin. Inzwischen hat der Verlag Berlin-Brandenburg (Vbb) das Buch in sein Programm aufgenommen und übernimmt den Vertrieb im Buchhandel – parallel zum Onlineshop, den Susanne Laser selbst betreut. Susanne Laser ist bekennender „Workaholic“ und schreibt bereits an ihrem zweiten Buch, diesmal über Agritourismo auf Sizilien, auch hier geht es um den Heimatbegriff in Auseinandersetzung mit Orientalismus und Kulturtransfer.

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